Veranstaltungstipp: “Keine Eintracht mit Nazis”-Fußballturnier

An diesem Samstag (12. Juli 2014) richten die Ultras Braunschweig das dritte “Keine Eintracht mit Nazis”-Fußballturnier auf dem Gelände des Braunschweiger Sportvereins VfB Rot-Weiß aus. Hier ihr Ankündigungstext:

Keine Eintracht mit Nazis geht in die dritte Runde.

Am 12. Juli wird es zum dritten “Keine Eintracht mit Nazis”-Turnier kommen und diesmal wird die Halle verlassen und der Schritt raus in die Natur gemacht. Zumindest in gewissen Maßen, denn es wird auf dem Kunstrasenplatz des VfB Rot-Weiß 04 e.V. gespielt und der sieht fast nach echtem Rasen aus. Ab 9 Uhr morgens werden wieder veschiedenste Teams antreten um sich den prestigeträchtigen ersten Platz zu sichern.

Doch auch für alle, die sich nicht dafür begeistern können, selber gegen den Ball zu treten, wird es Programm geben. So gibt es neben musikalischer Beschallung auch inhaltiche Parts, genug zu essen (auch vegan) und zu trinken, die Möglichkeit sich mit vielen anderen Menschen auszutauschen sowie Spaß und Freude.

Aber wie schon die Aktionstage zuvor, geht es auch darum, weiter klar Position zu bekennen gegen Rassismus, Diskriminierung und rechtes Gedankengut im Eintracht-Stadion und anderswo. So soll das Turnier ein Anlaufpunkt für alle sein, die sich dagegen stark machen wollen.

Nach den Angriffen auf Ultras Braunschweig in der abgelaufenen Saison beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach, gab es keine Benennung der Aggressoren. Die einzige Konsequenz war ein Gruppenverbot der Gruppe Ultras Braunschweig und auch dieser Missstand soll weiterhin nicht vergessen werden. Daher ist der Titel der Veranstaltung weiterhin aktuell.

Der Tag ist aber mit dem Turnier noch lange nicht vorbei, denn das “Summer Vibes”-Festival des JURB (Jugendring Braunschweig e.V.) bietet ab 17:30 musikaisch bestes Programm mit Supeshirt, Kobito und Callin Tommy.

Join us! Entrance Free!

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Ausladungsklausel: Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, sexistische, homophobe antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen oder Taten in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Die Veranstaltung auf facebook

Nazis des Aktionsbündnis 38 suchen weiter die Nähe zur Fanszene von Eintracht Braunschweig

Seit geraumer Zeit fällt insbesondere das Aktionsbündnis 38 in und um die Region Braunschweig durch die Teilnahme an Aktivitäten der extremen Rechten auf. Dies äußerte sich in der Vergangenheit durch die Organisation von rechten Aufmärschen, Besuche von Kundgebungen (u.a. der NPD), das flächendeckende Verbreiten von Propagandamaterialien, das Stören antifaschistischer Veranstaltungen und auch durch Übergriffe auf Andersdenkende. So geschehen beispielsweise am 29. Juni 2013, als Nazis des Aktionsbündnis 38 Jagd auf einen Anwohner im Westlichen Ringgebiet in Braunschweig machten.

Das Aktionsbündnis 38 ist ein Zusammenschluss mehrerer neonazistischer Kleingruppen aus der Region. Diesem gehören u.a. die Nazis der Freie Kräfte Wolfenbüttel, die Aktionsgruppe Gifhorn, die BfZ Wolfsburg, Nazis der aufgelösten Burschenschaft Thormania (Braunschweig), vereinzelte Mitglieder der rechten Partei NPD und die Aktionsgruppe 38 (Braunschweig), welche im Wesentlichen für die Aktivitäten in Braunschweig verantwortlich ist, an. Sie treten bei überregionalen Naziaufmärschen mit einem Transparent auf, auf dem sie sich als Freie Kräfte Niedersachsen Ost bezeichnen. Zudem betätigen sich einige dieser Nazis seit kurzem in dem neu gegründeten Kreisverband Braunschweiger Land der rassistischen Partei Die Rechte.

Darüber hinaus sind einzelne Mitglieder des Aktionsbündnisses 38 – insbesondere der Aktionsgruppe 38 aus Braunschweig – regelmäßig im Eintracht-Stadion anzutreffen, und suchen offenbar gezielt die Nähe zur aktiven Braunschweiger Fanszene im Eintracht-Stadion.
Über diese Versuche wollen wir hier informieren.

Es reicht! Keine Eintracht mit Felix Hauschild!

Da wäre zum einen Felix Hauschild aus dem Siegfriedviertel in Braunschweig, welcher neben seiner regelmäßigen Anwesenheit bei Heim- und Auswärtsspielen von Eintracht Braunschweig, ebenfalls den Nazis der Aktionsgruppe 38 angehört und fest in den extrem rechten Strukturen verankert ist.
Felix Hauschild beteiligte sich bereits an mehreren Naziaufmärschen und Kundgebungen.
So trug er beispielsweise am 1. Juni 2013 beim jährlich stattfindenden rassistischen Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ das Transparent Freie Kräfte Niedersachsen Ost durch Wolfsburg.(1) Knapp 600 Nazis erschienen zu diesem Aufmarsch, welcher seit mehreren Jahren von der Initiative Zukunft statt Überfremdung organisiert wird. Auf der Demonstration wurden durch Parolen und diverse Redebeiträge u.a. nationalistische, rassistische, antisemitische, sowie demokratiefeindliche Inhalte propagiert.

Beteiligt war Hauschild ebenfalls am 18. Juli 2013 an der Kundgebung der Aktionsgruppe 38 auf dem Welfenplatz in der Braunschweiger Südstadt.(2) Ursprünglich sollte diese im Westlichen Ringgebiet stattfinden. Nachdem die Kundgebung dort verboten wurde, wollten die Nazis auf dem Europaplatz demonstrieren, welcher jedoch kurzerhand von über 600 Antifaschist*innen besetzt wurde.
Auch am 29. Juli 2013 nahm Hauschild an einer Kundgebung des NPD-Unterbezirk Gifhorn-Wolfsburg in der Stadt Wolfsburg teil. Beide Versammlungen richteten sich gegen antifaschistisches Engagement.

Am 23. Juni 2013 spazierte Hauschild gemeinsam mit anderen Nazis durch den Stadtteil Westliches Ringgebiet in Braunschweig, verklebte rechte Propaganda und suchte dort offenbar gemeinsam mit seinen Kameraden die gewalttätige Auseinandersetzung mit antifaschistischen und „alternativ aussehenden“ Personen. Menschen, welche nicht in das reaktionäre Weltbild der Nazis passen.

Hauschild ist bekennender Eintracht-Fan und trägt dies u.a. durch eine Tätowierung auf dem Unterarm (Eintracht-Wappen) öffentlich zur Schau. So zum Beispiel beim Naziaufmarsch am 3. August 2013 im niedersächsischen Bad Nenndorf(3), oder auch beim Posieren vor dem zuvor von ihm gesprühten Anti-Antifa-Graffito an der Braunschweiger Markthalle Anfang Juni 2013.(4) Bei seinen Schmierereien benutzt Felix Hauschild das Kürzel FK WF, welches die Initialen der Freien Kräfte Wolfenbüttel sind. Mittlerweile ist ein weiteres Anti-Antifa-Graffito in unmittelbarer Nähe seines Wohnortes an einer Hauswand im Siegfriedviertel aufgetaucht.

Dass Hauschild keine Trennung zwischen seinen Aktivitäten in der Aktionsgruppe und denen als Fan im Eintracht-Stadion macht, zeigte sich bereits am 23. März 2013, als er im Umfeld des antifaschistischen Aktionstages und Hallenfußballturniers „Keine Eintracht mit Nazis“ in der Braunschweiger IGS Franzsches Feld gemeinsam mit etwa 15 teils vermummten Personen Jagd auf Besucher*innen der Veranstaltung machte.(5)

Felix Hauschild war bis zu diesem Zeitpunkt Mitglied in der Ultrafangruppe Daltons Braunschweig. Die Daltons waren u.a. in die Kritik geraten, als sie sich im Oktober 2012 an Ausschreitungen rechter Hooligans in Braunschweig beteiligten.(6) Bereits in der Broschüre Kurvenlage wies die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen auf vereinzelte rechte Aktivitäten bei den Daltons Braunschweig hin.(7)

Nachdem Felix Hauschild in einem Rechercheartikel im Nachgang des Naziaufmarsches in Wolfsburg öffentlich in Verbindung mit den Daltons Braunschweig gerückt wurde(8), distanzierten sich die Daltons auf der Internetseite der Fan-Presse Braunschweig von ihm.(9) Die Fangruppe wies darauf hin, sie hätten Hauschild bereits nach der namentlichen Nennung ihrer Gruppe im Zusammenhang mit dem Übergriff am Rande des Antifaschistischen Fußballturniers am 23. März 2013 aus der Gruppe geworfen.
Sie gaben in ihrer Mitteilung u.a. an: „Von seiner politischen Einstellung hatten wir zuvor keinerlei Kenntnis. Ebenso wenig zeigte er rechts offene Tendenzen oder fiel durch Aussagen in diese Richtung auf.“(ebd.) Es verwundert, dass die Daltons trotz ihrer angeblichen Unwissenheit über die rechten Aktivitäten von Felix Hauschild, unmittelbare Schlüsse auf ihn als Angreifer ziehen konnten. Zumal sich die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen in ihrer Pressemitteilung vorerst dazu entschlossen hatte, lediglich auf die Fanclubmitgliedschaft eines der Angreifer bei den Daltons hinzuweisen, um somit Felix Hauschild die Möglichkeit zu geben, sich wieder aus der Naziszene zu entfernen.

Seine rechte Gesinnung muss den Mitgliedern der Ultrafangruppe also vorher bekannt gewesen sein. Seinen Bekannten wird bereits vor 2013 seine Entwicklung hin zum Neonazi durch T-Shirt-Motive aufgefallen sein, die er bei gemeinsamen Feiern trug. Außerdem zeigte er öffentlich im Internet auf der Online-Plattform Facebook sein Interesse an einschlägigen Naziseiten und Rechtsrockmusik.

Dennoch bleibt anzumerken: Es ist ein begrüßenswerter Schritt der Ultrafangruppe Daltons, sich öffentlich aktiv gegen Nazis in den eigenen Reihen zu stellen. Es gilt dennoch die nächste Zeit abzuwarten, wie sich die Daltons zu rechten Aktivitäten einzelner Personen in ihrem Umfeld verhalten werden. Gemeinsame Party-Erlebnisse als „Alkoholocaust“ im Internet zu feiern, zeugt eher von einem unreflektierten Verhältnis zur deutschen Geschichte bzw. der Shoa, und weist noch erheblichen Nachholbedarf im Geschichtsunterricht auf.

Felix Hauschild sucht trotz seines Rauswurfs bei den Daltons Braunschweig nach wie vor die Nähe zur aktiven Fanszene von Eintracht Braunschweig und ist weiterhin bei Spielen des BTSV anwesend. Gleichzeitig besucht er so gut wie jede Veranstaltung von Nazis in der Region und zeigt auch dort die Verbindung zum Verein durch sein tätowiertes Eintracht-Wappen.

Weitere Personen mit Überschneidungen zum Aktionsbündnis 38 im Eintracht-Stadion

In der Ultra- und Hooliganszene von Eintracht Braunschweig gibt es weitere Personen, die die Überschneidung in die regionale Naziszene um Aktionsgruppe 38 und Aktionsbündnis 38 erkennbar werden lassen.

Im April 2013 erschien auf dem Internet-Blog Recherche38.info ein Artikel über die Freien Kräfte Wolfenbüttel (FK WF).(10) In dem Online-Bericht werden Simon „Potzi“ Pocinosznow aus der Ortschaft Dettum im Landkreis Wolfenbüttel und der Wolfenbütteler Jeffrey „Jeffo“ Homann genannt: „Ein Graffiti mit einer Fahne in den Farben des “Deutschen Reiches”, selbst gemachte Aufkleber im Stencil-Stil, die vor einem “Volkstod” warnen und auf denen Kürzel wie “NS” und “FK WF” zu lesen sind und Aufkleber, die z.B. zum “Tag der deutschen Zukunft”, einem alljährlichen Aufmarsch der norddeutschen Neonazis, der in diesem Jahr in Wolfsburg stattfinden soll, aufrufen – Seit einigen Monaten tritt in Wolfenbüttel eine neue neonazistische Gruppierung in Erscheinung, die sogenannten “Freien Kräfte Wolfenbüttel” (FK WF). Hinter dieser Gruppierung, die Teil des regionalen Zusammenschlusses “Aktionsbündnis 38″ und der “Freien Kräfte Niedersachsen Ost” ist, stehen 3-4 Personen, die teilweise der Ultraszene aus der Südkurve von Eintracht Braunschweig angehören und seit einiger Zeit insbesondere mit den Neonazis aus der “Aktionsgruppe 38″ in Verbindung stehen. Dazu gehört zum Beispiel Simon Pocinosznow und Jeffrey Homann. Auch der Bassist der aufgelösten Wolfenbütteler Band “Freigänger” bewegt sich in diesem Umfeld.
Neben dem Verbreiten von Nazipropaganda fallen die beiden Eintracht-Fans dadurch auf, dass sie enge Bekannte von Felix Hauschild sind (11), und mit ihm Heim- und Auswärtsspiele des BTSV besuchen. Dies taten sie unter anderem gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Daltons Braunschweig.

Simon „Potzi“ Pocinosznow war zudem einer von 30 Teilnehmer*innen der Nazikundgebung auf dem Welfenplatz am 18. Juli 2013 in der Braunschweiger Südstadt.(12) Weiter kann Pocinosznow zusammen mit Hauschild als Urheber der Nazi-Graffiti an der Braunschweiger Markthalle Anfang Juni 2013 bezeichnet werden. Er hält, wie auf einem Gruppenfoto mit Aktionsbündnis-Mitgliedern vor dem Graffito im Internet zusehen ist, eine der eingesetzten Farbdosen.(13) Aus seiner Abneigung gegen antifaschistisches Engagement macht Pocinosznow kein Geheimnis, so präsentiert er sich bei Facebook mit dem T-Shirt-Aufdruck „Fuck Antifa“.(14)

Ebenfalls aktiv im Internet bei Facebook ist Jeffrey „Jeffo“ Homann. Neben dem „liken“ von NPD-Veranstaltungen und rassistischen Inhalten, beschäftigt er sich auch mit der sich antifaschistisch positionierenden Gruppe Ultras Braunschweig (UB) und verbreitet Grafiken mit eindeutigen Inhalten gegen diese. Eines seiner Bilder zeigt ein zerschlagenes UB-Logo mit zusätzlicher Frakturschrift in den Worten „Endlösung Braunschweig“.(15) (Mit „Endlösung“ wurde während der NS-Zeit der Versuch zur kompletten Vernichtung des Judentums beschrieben.) Seine Kameraden Hauschild und Pocinosznow nutzten die Grafik ebenfalls über Monate im Internet.

Aktionsbündnis 38: auch mit Verbindungen zur rechten Hooligangruppe Alte Kameraden Braunschweig

Die an Spieltagen geöffnete Kneipe Eintracht Spektrum – die Spieltagskneipe in der Braunschweiger Rheingoldstraße ist ein Fanszene-Treffpunkt in unmittelbarer Stadionnähe. Auch hier halten sich Personen auf, die zu den festen Nazistrukturen der Region gehören. Das Eintracht Spektrum wird von Mitgliedern der rechten Hooligangruppe Alte Kameraden Braunschweig (AK) betrieben. Hier mischt sich an Spieltagen das Klientel rechter Hooligans und gemäßigter Eintracht-Fans.(16)

Als Beispiel sollen drei der aktiven Nazis, die des Öfteren im Eintracht Spektrum willkommene Gäste sind, kurz benannt werden:
Zum einen wäre da Johannes „Böhnchen“ Welge, ein Mitinitiator der Aktionsgruppe 38 in Braunschweig.(17) Welge nahm im Jahr 2013 bereits an mehreren Naziaufmärschen teil, u.a. in Magdeburg, Wolfsburg(18), Dortmund und Dessau. Welge und Oliver Malina sind häufige Gäste im Eintracht Spektrum. Hier hielten sie sich zum Beispiel gemeinsam beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln im August 2012 auf.(19)

Oliver Malina gehört zum engen Umfeld der rechten Hooligangruppe Alte Kameraden Braunschweig. Er veranstaltet eines der größten Rechtsrockkonzerte in Deutschland.(20) Das Antifaschistische Plenum in Braunschweig schreibt: „Am 25. Mai (2013, A.d.R.) besuchte Welge das Rechtsrockevent „Skinhead Party“ in Nienhagen, das von Oliver Malina, einem der bedeutendsten Konzertveranstalter der Naziszene, organisiert wurde.“(21) Neben seiner Betätigung bei der Blood & Honour-Nachfolgeorganisation Honour & Pride nahm Malina im Jahr 2013 beim Naziaufmarsch in Magdeburg in Reihen der Aktionsgruppe 38 teil.

Eine weitere Person der rechtsextremen Organisation Honour & Pride, die im Eintracht Spektrum regelmäßig zu Gast ist, ist Konny Nordmeyer aus der Stadt Peine.(22)(23) Nach derzeitigen Informationen kann Nordmeyer zum erweiterten Kreis der Alten Kameraden gezählt werden. So hat er bereits bei Gruppenfahrten der AK, beispielsweise zum Spiel Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Braunschweig, teilgenommen. Nordmeyer war ebenfalls bei Oliver Malinas „Skinhead Party“ 2013 in Nienhagen anwesend, und spielte persönlich bei Malinas früheren Konzerten als Gitarrist seiner Rechtsrockband Donnerhall aus Peine.(24)

Bei der im Jahr 2012 ausgerichteten „Skinhead Party“ (u.a. mit den Nazibands Faustrecht und Endstufe aus Bremen) von Oliver Malina nahmen mindestens drei weitere Personen aus den rechten Teilen der Eintracht-Fanszene teil. Einer dieser Männer gehört zudem der rechten Hooligangruppe Alte Kameraden an.

Stillschweigende Akzeptanz auch für Nazis aus anderen Städten

Zwischen den beiden Fanszenen von Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Magdeburg besteht seit mehreren Jahren eine Freundschaft. Das gegenseitige Besuchen von Spielen des jeweiligen Vereins ist an der Tagesordnung.

Der Magdeburger Christopher Pahlke pflegt diese Freundschaft ebenfalls und besucht in unregelmäßigen Abständen seine Bekannten in Braunschweig und die Spiele der Eintracht.(25) Bis vor wenigen Monaten führte er eine Beziehung mit einer Person aus der aktiven Braunschweiger Fanszene. Ebenso nimmt er an Fanturnieren in Braunschweig teil, wie am 5. Januar 2013 in der Sporthalle des Lessing Gymnasiums in einem Team aus Magdeburg.(26)

Neben seiner Fan- und Hooligantätigkeit beim 1. FC Magdeburg unterstützte Christopher Pahlke die extrem rechte Partei NPD bei ihrem Bundestags-Wahlkampf 2013. Pahlke war dort als Teil des NPD-Ordnungsdienstes auf deren Deutschlandtour aktiv, und reiste mit der rechten Partei durch mehrere Orte in Deutschland, wo NPD-Bundesvorsitzender – und Eintracht-Fan mit Betretungsverbot für das Eintracht-Stadion – Holger Apfel versuchte seine diskriminierenden Reden zu schwingen. Pahlke war u.a. in den Städten Dortmund, Bremen, Osnabrück, Oldenburg, Bochum(27) als „Beschützer“ der NPD-Parteikader unterwegs.

Ähnlich wie „Subkulturelle“ Veranstaltungen, beispielsweise Rechtsrockkonzerte oder regelmäßige sogenannte „Nationale Fußballturniere“ (von der NPD und/oder Freien Kräften), tragen auch Freundschaften und Kontakte zwischen rechten Hooligans verschiedener Fußballvereine (in diesem Falle zwischen Magdeburg und Braunschweig) zur überregionalen Vernetzung von Neonazis bei.

Auch in Zukunft: Keine Eintracht mit Nazis!

Seit der Veröffentlichung der Broschüre Kurvenlage im Oktober 2012 hat sich einiges getan, was zum einen die Auflösung der rechten Hooligangruppe Kategorie Braunschweig (KBS) oder das Stadionverbot für Eintracht-Fan und NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel zeigt. Zwar drängen die ehemaligen Mitglieder von KBS vereinzelt zurück in die rechte Hooligangruppe Fette Schweine/Hungerhaken Braunschweig (FS/HH) (28), welche KBS ideologisch in nichts nach stehen, dennoch konnte vorerst – nicht zuletzt aber auch aufgrund von Stadionverboten – einer der Zusammenschlüsse rechter Hooligans aus dem Eintracht-Stadion verdrängt werden.

Nun gilt es seitens der Braunschweiger Fanszene die Anbiederungsversuche von Mitgliedern des Aktionsbündnis 38 bzw. der Aktionsgruppe 38 zu unterbinden und anderen Nazis ebenfalls zu zeigen, dass diese keinen Platz im Eintracht-Stadion haben. Mit dem Präsentieren von Eintracht-Emblemen auf Naziaufmärschen rücken Mitglieder des Aktionsbündnisses das Ansehen der Braunschweiger Fanszene und des Vereins Eintracht Braunschweig bewusst in ein rechtes Licht. Diese Vereinnahmung und auch ihre Präsenz im Eintracht-Stadion darf nicht länger hingenommen werden.

Nazis raus aus dem Eintracht-Stadion!

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

Verzeichnis und Bilder:

(1)

Felix Hauschild (3.v.r.) beim Tragen des Freie Kräfte Niedersachsen Ost-Transparentes am 1. Juni 2013 beim Naziaufmarsch in Wolfsburg (Fotoquelle: Linkes Fotoalbum, http://lfa.blogsport.de)

(2) Recherche38.info, 18. Juli 2013, Braunschweig: Wo waren sie nun die Neonazis?, http://www.recherche38.info/2013/07/18/braunschweig-wo-waren-sie-nun-die-neonazis/

(3)

Felix Hauschild (2.v.r.) mit Eintracht-Tätowierung beim Naziaufmarsch am 3. August 2013 in Bad Nenndorf (Fotoquelle: Linkes Fotoalbum)

(4)

An seiner Tätowierung zu erkennen: Hauschild vor dem Anti-Antifa-Graffito an der Braunschweiger Markthalle Anfang Juni 2013 (Fotoquelle: Facebook)

(5) Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen, 9. April 2013, Angriff auf Besucher*innen auf dem Weg zum antirassistischen Fußballturnier in Braunschweig, http://nonazisbs.blogsport.de/2013/04/09/gut-besuchter-zweiter-aktionstag/

(6) Braunschweiger Zeitung online, 08. Oktober 2012 – 20:47 Uhr, Konflikt unter Eintracht-Fans nach Bericht im Internet, http://www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/konflikt-unter-eintracht-fans-nach-bericht-im-internet-id775840.html

(7) Siehe auch Broschüre Kurvenlage, Seite 37, http://nonazisbs.blogsport.de/kurvenlage/

(8) linksunten.indymedia.org, 2. August 2013, Hauschild Felix, Braunschweig. Tritt als Teil der „Freien Kräfte Wolfenbüttel“ auf. Mitglied des Fußballfanclub „Daltons Braunschweig“. Urheber der rechten Graffitis u.a. an der Martkhalle und an der Bridge in Braunschweig., https://linksunten.indymedia.org/en/node/91817

(9) Fan-Presse Braunschweig, 7. August 2013, Stellungnahme der Daltons Braunschweig zum linksunten.indymedia-Artikel vom 02.08.2013 über Felix Hauschild, http://www.fanpresse.de/?p=4418

(10) Recherche38.info, 12. April 2013, Wolfenbüttel: Rechte Propaganda mit Graffitis und Stencils, http://www.recherche38.info/2013/04/12/wolfenbuttel-rechte-propaganda-mit-graffitis-und-stencils/

(11)

Gruppenfoto: (v.l.n.r.) Pocinosznow, Hauschild, Homann (Fotoquelle: Facebook)

(12) siehe (2)

(13)

Gruppenfoto: Aktionsbündnis 38 an der Markthalle mit Pocinosznow (5.v.l.) (Fotoquelle: Facebook)

(14)

Pocinosznow mit „Fuck Antifa“-T-Shirt-Aufdruck (Fotoquelle: Facebook)

(15)

Internet Grafik auf dem Facebook-Profil von Homann: „Endlösung Braunschweig“ mit zerschlagenem UB-Logo (Fotoquelle: Facebook)

(16) Siehe auch Broschüre Kurvenlage, Seite 22, http://nonazisbs.blogsport.de/kurvenlage/

(17) Antifaschistisches Café, 21. Juni 2013, Achtung Nazi: Johannes Welge UPDATE, http://antifacafebraunschweig.blogsport.eu/2013/06/21/update-achtung-nazi-johannes-welge/

(18)

Aktionsbündnis 38 mit Johannes „Böhnchen“ Welge (in der Mitte mit Sonnenbrille) am 1. Juni 2013 beim Naziaufmarsch in Wolfsburg (Fotoquelle: Linkes Fotoalbum)

(19)

Welge (in der Mitte mit Zigarette) und Malina (orangenes T-Shirt) beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln im August 2012 am Eintracht-Spektrum (Fotoquelle: Eintracht-Spektrum)

(20)

Anreise zum „Skinhead-Konzert“ in Nienhagen mit Organisator Oliver Malina (rechts im Bild mit Honour & Pride-T-Shirt) (Fotoquelle: Endstation Rechts, 28. Mai 2013, Braunes Musik-Event in Folge, http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=8281:braunes-musik-event-in-folge&Itemid=405 )

(21) siehe (17)

(22)

Konny Nordmeyer in der Kneipe Eintracht-Spektrum beim Heimspiel gegen den FC Sankt Pauli (Fotoquelle: Eintracht-Spektrum)

(23)

Konny Nordmeyer vor der Kneipe Eintracht-Spektrum mit Mitgliedern der AK (Fotoquelle: Facebook)

(24)

Bandauftritt von Nordmeyer (2.v.r.) vor einem Honour & Pride Niedersachsen-Banner. Mit im Bild: Oliver Malina (3.v.r.) und Dennis Kiebitz (4.v.r.) (Fotoquelle: Archiv)
Weitere Infos zu Dennis Kiebitz siehe auch: http://www.recherche38.info/tag/dennis-kiebitz/

(25)

Christopher Pahlke bei einem Eintracht Heimspiel auf dem Stadiongelände (Fotoquelle: Facebook)

(26)

Christopher Pahlke beim Braunschweiger Fanturnier im Januar 2013 in der Sporthalle des Lessing Gymnasiums (Fotoquelle: Facebook)

(27)

Pahlke als Teil des NPD-Ordnungsdienstes in Bochum 2013 (Fotoquelle: Linkes Fotoalbum)

(28) Die rechte Hooligangruppe Fette Schweine/Hungerhaken Braunschweig diente zuvor als Rekrutierungsgruppe für Kategorie Braunschweig.

Zusammenfassung der aktuellen Informationen

Zusammenstellungen tagesaktueller Informationen rund um die Angriffe auf Ultras Braunschweig, das vom Verein verhängte Auftrittsverbot der UB im Eintracht-Stadion und Solidaritätsbekundungen sind u.a. hier zu finden:

Gewalt gegen die Gruppe Ultras Braunschweig beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach

Die Ultras Braunschweig (UB) schreiben dazu auf ihrer Homepage:

Massive Übergriffe auf die Gruppe Ultras Braunschweig beim Auswärtsspiel am 20.09.2013 in Mönchengladbach

Am Freitagabend, beim Auswärtsspiel von Eintracht Braunschweig bei Borussia Mönchengladbach, kam es in und vor dem Gästeblock zu massiven Übergriffen und Ausschreitungen gegen Ultras Braunschweig (UB) durch rechte Eintracht-Hooligans und Teile der Ultraszene. Diese erzeugten ein Bedrohungsszenario gegen die Gruppe Ultras Braunschweig, die unter diskriminierenden Beleidigungen sowie Schlägen und Tritten den Gästeblock verlassen musste. Hierbei wurden mehrere Personen der Gruppe Ultras Braunschweig leicht verletzt. Das restliche Spiel wurde von der Gruppe im Sitzplatzbereich verfolgt. Nach dem Spiel kam es zu einem Blocksturm des Sitzplatzbereichs von ca. 50-60 größtenteils vermummten Personen, welche die körperliche Auseinandersetzung mit den Ultras Braunschweig suchten. Erst durch das späte Einschreiten der Polizei konnte die Situation beruhigt werden. […]

Die komplette Stellungnahme der UB ist hier einzusehen:

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Mitglieder des bundesweit erscheinenden Transparent-Magazins mit ihrer Schilderung der Übergriffe auf UB während des Spiels:

»WER BRAUNSCHWEIG NICHT LIEBT, MUSS BRAUNSCHWEIG VERLASSEN!«

Die »Ultras Braunschweig« haben sich beim Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach erstmals seit Jahren in die Fankurve gestellt und wurden daraufhin gleich mehrfach von rechten Hooligans angegriffen. Mitglieder unserer Redaktion waren vor Ort und haben die Geschehnisse zusammengefasst.

Die Schlinge zieht sich immer weiter zu. Die rechten Hooligans rücken Zentimeter um Zentimeter näher. »Kommt doch her, ihr Fotzen«, lautet ihr eindeutiges Angebot. »Traut euch doch mal, ihr scheiß Zecken«, schreit der Nächste. Die »Ultras Braunschweig« (UB) stehen im Gästeblock in Mönchengladbach. Das erste Mal seit gut fünf Jahren hat sich die Ultragruppe damit direkt in die Fankurve gestellt. Zu den anderen Braunschweigfans. In den Stehplatzbereich. […]

Online erschienen beim Transparent-Magazin:

Bestandsaufnahme zu den Krawallen rechter Hooligans am Pfingstsonntag

Nazis nutzten Eintrachts Aufstiegsfeier wiederholt für rechte Parolen und Propaganda

Beim letzten Zweitligaspiel des Aufsteigers Eintracht Braunschweig am 19. Mai 2013 kam es zu mehreren Vorfällen, die von Personengruppen der rechten Hooligan-Strukturen bei Eintracht Braunschweig ausgingen. Maßgeblich verantwortlich am Pfingstsonntag waren Mitglieder der Fetten Schweine/Hungerhaken Braunschweig (1), nach der Auflösung derzeit gruppenlose, ehemalige Mitglieder von Kategorie Braunschweig (ebd.), und ebenfalls vereinzelte Mitglieder der führenden Althooligangruppe Alte Kameraden (ebd.).

Nach Abpfiff der Partie Eintracht Braunschweig gegen den FSV Frankfurt stürmten, wie nach jedem Aufstieg, die Eintracht-AnhängerInnen das Spielfeld, um gemeinsam mit der sportlich erfolgreichen Mannschaft den Aufstieg zu feiern. Teile der rechten Hooligans zeigten hieran jedoch eher wenig Interesse und nutzen die Feierlichkeiten vielmehr, um die Konfrontation mit den Gästefans aus Frankfurt zu suchen, zu denen keinerlei geschichtliche Rivalität besteht. Daher ging es schlichtweg um die Suche nach Gewalt. Die Polizei stellte sich hierbei zwischen die Aggressoren und den Gästeblock. Die Frankfurter Fans beantworteten die Aktion mit Anti-Nazi-Parolen.

Eine der ersten Personen, welche den Rasen des Eintracht-Stadions betrat, war der bekennende Eintracht-Fan und Bundesvorsitzende der NPD, Holger Apfel. (2) Begleitet wurde er von Christian Hehl aus Mannheim, ebenfalls NPD-Kader. Die Fotos, welche der regelmäßig bei Eintracht-Spielen anzutreffende Holger Apfel später bei Facebook veröffentlichte, wurden von mehreren, im Internet offen mit Eintracht sympathisierenden Facebooknutzern, mit „gefällt mir“ bewertet.
Dass NPD-Funktionäre gezielt die Nähe zu Eintracht Braunschweig suchen und den Verein offenbar als Steigbügel dafür nutzen wollen, um in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, ist ein akutes Thema. (3) Der Verein hat Holger Apfel mittlerweile mit Haus- und Stadionverbot für das Eintracht-Stadion belegt. (4)

Im Anschluss an die Feierlichkeiten im Stadion veranstalteten mehrere tausend Eintracht-Fans einen großen Fanmarsch in die Braunschweiger Innenstadt. Hierbei nutzten einzelne Personen wiederholt die Bühne, um antisemitisch konnotierte Gesänge wie das „U-Bahn-Lied“ (5) und „Juden Hannoi“ Parolen gegen den Rivalen Hannover 96 anzustimmen oder gezielte Anfeindung gegenüber den sich als antifaschistisch verstehenden Ultras Braunschweig zu verbreiten.
Die Rolle rechter Hooligangruppen bei Eintracht Braunschweig wurde wiederholt hierdurch unterstrichen, dass Personen aus diesem Kreise den Fanmarsch in den ersten Reihen mit anführten. Bereits 2011 beim Zweitliga-Aufstieg von Eintracht Braunschweig kam es zu ähnlichen Vorfällen. (6)

In der Innenstadt kam es später zu weiteren, schwerwiegenden Vorfällen. Hierbei suchten Mitglieder der rechten Hooliganszene gezielt die Konfrontation mit der Polizei. Daneben waren vereinzelte Kleingruppen auf der Suche nach AntifaschistInnen, so wurden mehrere „alternativ“ aussehende Jugendliche von Hooligans unter Androhung von Gewalt auf die Zugehörigkeit zu der Gruppe Ultras Braunschweig gefragt.

Die aggressive Grundstimmung der Hooligans kanalisierte sich wenig später in der Neuen Straße vor dem Kneipenlokal Movies. Hier griffen mehrere Personen Polizeibeamte mit Flaschen, Gläsern, Stühlen, Barhockern, Bistrotischen und Böllern an. Auf Bildern und einem Online-Video im Internet (YouTube) sind Personen der rechten Hooligangruppen Fette Schweine/Hungerhaken (FS/HH) und Alte Kameraden (AK) als Beteiligte an dieser Aktion zu erkennen. (7)


Screenshots aus dem Online-Video. Beteiligte mit Kleidung der AK.


Gruppenlogo auf T-Shirt der Alten Kameraden.


Screenshots aus dem Online-Video. Beteiligte mit Kleidung der FS/HH.


Gruppenlogo auf T-Shirt der Fetten Schweine/Hungerhaken.
Bildquelle: Braunschweiger Zeitung, Online-Gallerie


Gruppenlogo auf T-Shirt der Fetten Schweine/Hungerhaken.

„In einem Zwischenfazit berichtet Polizeisprecher Joachim Grande von allein 20 verletzten Polizisten, von denen fünf so schwer verletzt wurden, dass sie dienstuntauglich sind. Es gab 15 Festnahmen.“ (8) Die Polizei nahm die Personalien von über 300 Personen auf und installierte in der Woche nach den Ausschreitungen eine Sonderkommission. (9) Die Vorfälle in Braunschweig sorgten bundesweit für Berichterstattungen in den Medien.

Um die vorher genannten rechten Hooligangruppen auszumachen, braucht man keinerlei polizeiliche Ermittlungsarbeit abzuwarten oder diesen gar ihre Aufgaben abzunehmen. Diese Erkenntnis stammt allein aus der Sichtung des veröffentlichten Videos der Ausschreitungen, bei dem man Kleidungsstücke mit Gruppenlogos, oder anderer Symbolik erkennen kann. Damit ist klar, dass es sich um Zugehörige oder Menschen aus dem engen Umfeld dieser Gruppierungen mit rechtem Hintergrund handelt.

Da in dieser Situation eindeutig zu erkennen ist, dass dort Gruppenkleidung von alteingesessenen Hooligans des BTSV getragen wird, kann die Äußerung von FanRat-Sprecher Robin Koppelmann in der Braunschweiger Zeitung nur verfrüht getroffen worden sein: „Diejenigen, die dort randaliert haben, waren keine klassischen Stadion-Fans.[…] Vermutlich handelt es sich bei den Tätern vorwiegend um Fans, die von der Größe des Events angelockt wurden, ansonsten aber keinen Bezug mehr zur Fanszene haben und nicht zu unserem üblichen Klientel gehören.“ (10)


Zaunfahne der AK im Olympiastadion Berlin (Bildmitte).
Hertha BSC – Eintracht Braunschweig am 8. April 2013.
Screenshot aus www.braunschweig1895.de


Zaunfahne der FS/HH beim Aufstiegsspiel in Ingolstadt.
FC Ingolstadt – Eintracht Braunschweig am 26. April 2013.
Bildquelle: privat

Diese Gruppen sind bei jedem Heimspiel personell anwesend und teilweise sind ihre Zaunfahnen auch bei 34 Spielen (Heim- und Auswärtsspiele) an den Zäunen befestigt, wenn die Eintracht spielt. Diese Informationen sind dem durch die FanPresse eingesetzten Stadioninnenraum-Fotografen Koppelmann durchaus bekannt. (11) Wie es hierbei dazu kommen kann, sich von den Menschen zu distanzieren, die seit Jahren – ähnlich wie Koppelmann – dem Verein nachreisen, statt klar zu benennen, dass diese Gruppen bekannt sind, bleibt unverständlich. „‘Es handelt sich überwiegend um sogenannte Alt-Hooligans‘, erklärte der Sprecher (Joachim Grande, Polizeisprecher, a.d.R.). Die organisierte Problemszene gewaltsuchender Männer, wie Grande sie nennt. Seit Jahren würden diese Fußball-Gewalttäter die Polizei beschäftigen.“ (12)

Auch handelt es sich dabei um Personen, die keinen weiten Anreiseweg hatten. So äußerte sich der stellvertretende Leiter des PK Nord, Uwe Harm, in der BZ wie folgt: “Nach den Krawallen war in verschiedenen Internetforen spekuliert worden, die Gewalt sei von außerhalb in die Stadt hineingetragen worden. Harm dazu: „Es handelt sich nicht um Leute aus Magdeburg oder Hannover, wie vermutet wurde. Wir ermitteln gegen Beschuldigte aus Braunschweig und dem Umland.“ (13)

Im gleichen Artikel gibt es von diesem auch die Feststellung, dass es keinen politischen Hintergrund bei diesen Ausschreitungen gab: „Der Staatsschutz arbeitet deshalb bewusst in der Sonderkommission mit. Wir haben nach Auswertung des uns bislang vorliegenden Materials aber keinerlei Hinweise drauf, dass die Vorfälle in eine bestimmte politische Richtung gehen.“
Hier lässt sich festhalten, dass bei dem Vorfall neben anderen Personen ebenfalls Menschen aus dem Umfeld von rechten Hooligan-Strukturen beteiligt waren. Dass diese dort ihren Gewaltexzess nicht aus politischer Motivation bestritten, liegt auf der Hand. Nicht alles was Rechtsextreme tun ist politisch motiviert. Doch es muss klar benannt werden, dass dort Personen am Werk sind, die auch durch andere Formen von Übergriffen aufgefallen sind. Dieser Bezug wird sonst schnell vergessen und lässt solche Vorkommnisse als einmalige Aktionen von vollkommen Fremden wirken.

Bei den Geschehnissen im Stadion und der Innenstadt lässt sich erkennen, welches enorme Gewaltpotential in den Reihen der rechten Hooliganstrukturen bei Eintracht Braunschweig vorhanden ist. Diese Gewalt hat sich in der Vergangenheit immer wieder neben Polizei auch gegen MigrantInnen, Andersdenkende und AntifaschistInnen geäußert. Eine offensive Distanzierung durch namentliche Nennung der rechten Hooligangruppen, wie in diesem Fall Alte Kameraden Braunschweig und Fette Schweine/Hungerhaken Braunschweig, gab es bisher seitens des Vereins Eintracht Braunschweig nicht. Die Verantwortlichen des BTSV verurteilen Gewalt zwar per se, jedoch werden sie nur durch klare Bezeichnung der Schuldigen, die Gewalt durch rechte Hooligans und deren Umfeld im und um das Eintracht-Stadion in Griff bekommen.

Der Verein sollte auch in der Bundesliga keinen Platz für solche Menschen einräumen. Mit dem Stadionverbot eines Holger Apfel hat der BTSV gezeigt, dass er handlungswillig ist. Es bleibt abzuwarten, welche nächsten Schritte der Verein im Umgang mit rechten Hooligans einleiten wird.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

(Die fortlaufende Entwicklung des Themas wird weiter dokumentiert)

Verzeichnis:

(1) Siehe auch Broschüre Kurvenlage auf nonazisbs.blogsport.de/kurvenlage/

(2) Holger Apfel (NPD),
Recherche38.info: Eintracht Braunschweig gegen St. Pauli: “Zecken”, “asoziale Nazis”, “Reichskriegsflagge” und der NPD-Parteichef im Stadion,
www.recherche38.info/2012/11/30/eintracht-braunschweig-gegen-st-pauli-zecken-asoziale-nazis-reichskriegsflagge-und-der-npd-parteichef-im-stadion/

(3) Patrick Kallweit (NPD),
Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen: Wenn die NPD sich in Blau-Gelb präsentiert,
nonazisbs.blogsport.de/2013/01/11/wenn-die-npd-sich-in-blau-gelb-praesentiert/

(4) Eintracht Braunschweig: Eintracht spricht Haus- und Stadionverbot gegen Apfel aus,
www.eintracht.com/eintracht/aktuelles/news/allgemein/einzelansicht.html?news=10674&cHash=9e8546be8b324f9dc3a1de2c07a15f1a

(5) Das „U-Bahn-Lied“ ist ein Fangesang, bei dem besungen wird, dass eine U-Bahn von Hannover bis nach Auschwitz gebaut werde.

(6) Siehe auch Broschüre Kurvenlage, Seite 45, nonazisbs.blogsport.de/kurvenlage/,
15.04.2011, Nazi-Parolen nach Eintracht-Aufstiegsspiel

(7) Video von den Ausschreitungen in der Braunschweiger Innenstadt auf YouTube,
www.youtube.com/watch?v=miHmlH-JynE
(zur Zeit offline, alternativ: https://vimeo.com/69679786)

(8) Braunschweiger Zeitung online, 20.05.2013 – 10:55 Uhr, Aufstiegs-Party: Randalierer verletzten 20 Polizisten,
www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/aufstiegs-party-randalierer-verletzten-20-polizisten-id1011335.html

(9) Braunschweiger Zeitung online, 21.05.2013 – 16:40 Uhr, Eintracht verurteilt Krawalle – Polizei richtet Soko ein,
www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/eintracht-verurteilt-krawalle-polizei-richtet-soko-ein-id1012692.html

(10) Braunschweiger Zeitung online, 23.05.2013 – 08:30 Uhr, Eintracht verhängt Stadionverbot gegen NPD-Chef,
www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/eintracht-verhaengt-stadionverbot-gegen-npd-chef-id1014021.html

(11) Siehe auch: Publikative.org, 14.10.2012, Braunschweigen: Kein Mittel gegen Nazis,
www.publikative.org/2012/10/14/braunschweigen-kein-mittel-gegen-nazis/

(12) Braunschweiger Zeitung online, 28.06.2013 – 16:48 Uhr, Polizei erhöht Druck auf Fußball-Gewalttäter,
www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/polizei-erhoeht-druck-auf-fussball-gewalttaeter-id1061125.html

(13) Braunschweiger Zeitung online, 19.06.2013 – 08:32 Uhr, Razzia – Polizei setzt Hooligans unter Druck,
www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/razzia-polizei-setzt-hooligans-unter-druck-id1048200.html