Archiv für April 2013

Recherche38 berichtet über die Ultraszene aus der Südkurve

Wolfenbüttel: Rechte Propaganda mit Graffitis und Stencils

Ein Graffiti mit einer Fahne in den Farben des “Deutschen Reiches”, selbstgemachte Aufkleber im Stencil-Stil, die vor einem “Volkstod” warnen und auf denen Kürzel wie “NS” und “FK WF” zu lesen sind und Aufkleber, die z.B. zum “Tag der deutschen Zukunft”, einem alljährlichen Aufmarsch der norddeutschen Neonazis der in diesem Jahr in Wolfsburg stattfinden soll, aufrufen – Seit einigen Monaten tritt in Wolfenbüttel eine neue neonazistische Gruppierung in Erscheinung, die sogenannten “Freien Kräfte Wolfenbüttel” (FK WF).

Hinter dieser Gruppierung, die Teil des regionalen Zusammenschlusses “Aktionsbündnis 38″ und der “Freien Kräfte Niedersachsen Ost” ist, stehen 3-4 Personen, die teilweise der Ultraszene aus der Südkurve von Eintracht Braunschweig angehören und seit einiger Zeit insbesondere mit den Neonazis aus der “Aktionsgruppe 38″ in Verbindung stehen. Dazu gehört zum Beispiel Simon Pocinosznow und Jeffrey Homann. Auch der Bassist der aufgelösten Wolfenbütteler Band “Freigänger” bewegt sich in diesem Umfeld.[…]

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Gut besuchter zweiter Aktionstag

Am Samstag, den 23. März 2013, fand in der Sporthalle der IGS Franzsches Feld der bereits zweite „Keine Eintracht mit Nazis“-Aktionstag mit Fußballturnier statt. Den ganzen Tag über folgten rund 350 teilnehmende Spieler*innen und Besucher*innen dem Aufruf der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen, der DGB-Jugend, der Schüler*innenvertretung der IGS Franzsches Feld und Ultras Braunschweig.

„Wir sind mit dem Tag mehr als zufrieden. Das Turnier diente nicht nur zum Vernetzen für ein breites Bündnis gegen die Umtriebe rechter Hooligans, sondern brachte allen Besucher*innen jede Menge Spaß in gemütlicher Atmosphäre.“, merkte Martin Schmidt im direkten Anschluss an das Turnier an. Aber nicht nur die zum Teil spannenden und ansehnlichen Spiele, sondern auch die Vorträge „Wege zu einem besseren Fußball“ der AntiDiskriminierungs-AG von Werder Bremen sowie „Rechte Gewalt beim Fußball am Beispiel von Alemannia Aachen“ und ein Kino mit diversen TV-Beiträgen zum aktuellen Diskurs um Eintracht Braunschweig, gestalteten den Tag.

Auch die Ausstellung der aktuellen Chronologie der Aktivitäten und Übergriffe durch rechte Hooligans zeigte auf, welch großer Bedrohung sich antifaschistisch positionierende Personen im und um das Eintracht-Stadion noch immer ausgesetzt sind. Das spiegelte auch ein Vorfall im Turnierverlauf wider: Eine kleine Gruppe Personen, die auf dem Weg zur Veranstaltung waren, wurden in der Nähe des Veranstaltungsortes von mehreren teils vermummten Personen angegriffen.[1] (Siehe Bericht im Anschluß)
Insgesamt 16 Teams traten während des Turnierverlaufs in zwei Gruppen gegeneinander an. Viele Eintracht-Fans und andere Gäste vertrieben sich die Zeit zwischen den Spielen und Vorträgen an den Info-Ständen oder nutzten das vegane Essensangebot. Vertreter*innen des Vereins und des unabhängigen Fanprojektes konnten wir an diesem Tag leider nicht begrüßen.

Der Aktionstag endete im Nexus mit dem „Keine Eintracht mit Nazis“–Konzert in der bereits dritten Auflage. „Mit diesem Aktionstag konnten wir weiter auf die Problematik aufmerksam machen. Auch in Zukunft wird es weitere Aktionen der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen geben. Wir wollen keine Eintracht, bei der sich Nazis ungestört bewegen und ihre menschenverachtende Ideologien in die Öffentlichkeit tragen können sowie Andersdenkende bedrohen und körperlich angreifen.“ rundete Martin Schmidt den Aktionstag ab.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

[1]
Angriff auf Besucher*innen auf dem Weg zum antirassistischen Fußballturnier in Braunschweig

Gegen 14:30 Uhr wird eine kleine Gruppe Personen, die auf dem Weg in Richtung Veranstaltungsort in der Grünewaldstraße sind, in unmittelbarer Nähe von teilweise Vermummten angegriffen. Zwei heranstürmende jugendliche Angreifer bedrängen zwei Personen aus der Gruppe durch Schubsen und fordern die männliche Person der Gruppe auf „zu laufen“. Zusätzlich bekommt die aggressive Gruppe zu diesem Zeitpunkt Unterstützung durch drei weitere dazugehörige Männer(ebenfalls vermummt), die direkt dazustoßen. Die nun flüchtende Person macht durch Rufe auf die bedrohliche Situation aufmerksam, sodass die nochmals gewachsene Anzahl an Angreifern nach einiger Zeit ablassen.
Im unverzüglichen Nachgang zu dieser gewalttätigen Verfolgung wird von Augenzeug*innen beobachtet, wie etwa zehn am Angriff Beteiligte in PKW’s steigen und die Szenerie verlassen. Fünf weitere Personen aus der gewaltsamen Gruppe entfernen sich zu Fuß aus dem Gebiet. Wie berichtet wird, steigt die Anzahl der Angreifenden bis zum Ende auf annähernd 15 überwiegend Vermummte. Einer der durch Augenzeug*innen Erkannten ist ein Mitglied der Eintracht-Fangruppe Daltons Braunschweig. Die teils jungen Mitglieder der Daltons Braunschweig werden in der Initiativen-Broschüre kurvenlage auf Seite 37 kurz behandelt.