Archiv für März 2013

„Keine Eintracht mit Nazis – Jusos solidarisieren sich beim zweiten antirassistischen Fußballturnier“

[…]„Wir hoffen, dass es in Braunschweig nicht soweit kommt“, ergänzt Hennig am Ende der Veranstaltung. „Gerade das Beispiel von Werder Bremen zeigt, dass ein anderer Weg möglich ist. Wir hoffen alle, dass die heutige Veranstaltung ein Signal in Richtung des Vereins gesetzt hat, jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus aktiv zu bekämpfen. Wir Jusos bleiben bei diesem Thema weiterhin am Ball“, so der 25-jährige abschließend.

Siehe:

Braunschweiger Zeitungen berichten über 2. Aktionstag

Fußballfans zeigten Flagge gegen Rechts
Braunschweig. 300 Spieler traten am Samstag beim zweiten anti-rassistischen Fußballturnier gegeneinander an.
Von Katrin Bölstler

So farbenfroh sieht die Turnhalle der IGS Franz’sches Feld selten aus: An den Wänden bunte Banner, das Spielfeld zur Hälfte abgetrennt und in eine gemütliche Sessel-Landschaft verwandelt.

Während in der hinteren Hallenhälfte verschiedene Mannschaften zum Klang lauter Reggae-Musik gegeneinander kickten, sitzen im vorderen Teil Dutzende junger Menschen quatschend und essend auf gebrauchten Sofas.

Ganz klar: Beim zweiten anti-rassistischen Fußballturnier war der Turniersieg nicht Haupt-, sondern Nebensache. Lorenzo Poli, Jugendsekretär der DGB-Jugend Braunschweig und einer der Mitorganisatoren, erklärt: „Natürlich geht es hier heute auch um Fußball, denn wir sind alle Fußballfans. Das Turnier ist aber vor allem eine Plattform für Menschen, die sich gegen Rechts engagieren, um sich kennenzulernen und zu vernetzen“.

Die Botschaft des heutigen Aufeinandertreffens: Im Kampf gegen Rechts bist du nicht allein. Eine wichtige Botschaft für all jene, die schon einmal von rechten Hooligans oder Nazis bedroht wurden – und das sind von den Anwesenden nicht wenige. […]

„Fußball ist ein offener Sport“
Mit einem „antirassistischen Turnier“ setzte die DGB-Jugend ein Zeichen gegen Rechts
Von Birgit Leute

Braunschweig. Fußball als Happening: Die DGB-Jugend hatte am gestrigen Sonnabend zu einem „antirassistischen Turnier“ eingeladen – ein Zeichen gegen die wachsende Hooligan-Szene.

Übergriffe im Stadion, in der Straßenbahn, in Clubs: Marco Lovkoviz hat bereits mehrfach Erfahrungen mit der rechten Hooligan-Szene in Braunschweig gemacht. „Es ist noch nicht so akut wie in Dresden oder Rostock, aber die Szene ist doch deutlich präsenter als in anderen westdeutschen Städten“, zieht das Mitglied der Ultras Braunschweig Vergleiche zu Bremen und Hannover. […]

In unserer Blog-Rubrik Hintergrund aktualisieren wir laufend themenbezogene Medienartikel.
Immer auf dem Laufenden bleiben – mit der Initiative auf facebook.

Die Vorträge am Aktionstag:

Samstag, 23. März 2013
IGS Franzsches Feld, Grünewaldstraße 12, Braunschweig

Wege zu einem besseren Fußball – Das Beispiel AntiDiskriminierungs-AG bei Werder Bremen

Zeit: 13:00 – 14:00 Uhr

Die AntiDiskriminierungs-AG des SV Werder Bremen ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Fans & Ultras und wird durch das Fanprojekt unterstützt. Sie hat sich als Ziel gesetzt im Stadion antidiskriminierende Arbeit zu leisten. Für diese Arbeit gewann die Bremer Fanszene bereits 2008 den Julius-Hirsch-Preis.
In dem Vortrag werden die Referent_innen über die Zusammensetzung der AG, deren Konzepte und ihre Praxis berichten, sowie die Chancen und Grenzen ihrer Arbeit erläutern.
Im Anschluss wird es Raum für Diskussionen geben, eine der Fragestellungen wird hierbei sein: „Ist eine solche Arbeitsgruppe bei Eintracht Braunschweig ebenfalls möglich?“

Rechte Gewalt beim Fußball am Beispiel von Alemannia Aachen

Zeit: 16:00 – 17:00 Uhr

„Fanforscher Gerd Dembowski steht am Rand des Blocks und spricht von „einem schwarzen Tag für die demokratischen Verhältnisse“. Martin Endemann vom „Bündnis Aktiver Fußball-Fans“ (BAFF) wählt ähnliche Worte. Am Beispiel Aachen könne man gut sehen, was passiert, wenn einer Gruppe, die sich offen gegen rechts positioniert, niemand zur Hilfe kommt. „Sie geben auf, und das kann ich gut verstehen“, sagt Endemann, der kritisch in die Zukunft blickt: „Hier wird ein erschreckendes Signal gesendet: Es lohnt sich, andere Fans zu bedrohen, zu jagen und zu verprügeln.“ (Spiegel Online, 13.01.2013)

Als am Samstag den 12. Januar 2013 die Gruppe Aachen Ultras ihr letztes Spiel besuchte, war dies ein Zeichen von Resignation, in der Auseinandersetzung mit den rechten Hooligans rund um Alemannia Aachen. In dem Vortrag soll sich der Frage gewidmet werden, wie es überhaupt soweit kommen konnte, dass über einen solch langen Zeitraum rechte Hooligans ungestört eine derartige Dominanz in der Fanszene etablieren konnten. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu rechten Übergriffen und doch wurde weder von Seiten des Vereins, noch der Stadt oder der staatlichen Organe interveniert. Welche Fehler wurden dort begangen und wie ist es zu vermeiden, dass es in anderen Städten vergleichbare Entwicklungen gibt?

Der 2. Aktionstag „Keine Eintracht mit Nazis“ in der Komplettübersicht

Beginn: am Samstag, 23. März 2013, 10:00 Uhr,
IGS Franzsches Feld, Grünewaldstraße 12, Braunschweig

Vernetzen, diskutieren und solidarisieren sind die Schlagwörter für den nunmehr zweiten Aktionstag mit Fußballturnier unter dem Motto: „Keine Eintracht mit Nazis“. Nachdem sich im vergangenen Jahr bereits über 200 Menschen beteiligten, werden wir auch dieses Jahr wieder einen bunt gemischten Tag an den Start bringen, bei dem für Jede*n etwas dabei ist. Auch du bist herzlich eingeladen!
Ab dem frühen Vormittag treten in der IGS Franzsches Feld (Grünewaldstraße 12) über 20 verschiedene Fanclubs, Ultràgruppen, antifaschistische Initiativen und Jugendorganisationen aus Braunschweig und anderen Städten gegen den Ball. Parallel zum Fußballturnier besteht die Möglichkeit, sich an zahlreichen Infoständen zu informieren oder sich die aktualisierte Ausstellung „Chronologie der Aktivitäten und Übergriffe durch rechte Hooligans ab Mai 2007 [in Braunschweig]“ anzusehen. In den Pausen wird es zwei Vorträge rund um die Problematik rechter Strukturen und Diskriminierung im Fußball geben.

Vorträge:
13:00 Uhr – Wege zu einem besseren Fußball – Das Beispiel AntiDiskriminierungs-AG bei Werder Bremen
16:00 Uhr – Rechte Gewalt beim Fußball am Beispiel Aachen

Abgerundet wird der Aktionstag ab 22:00 Uhr bei fetten Technobeats im Nexus an der Frankfurter Straße 253 in Braunschweig

Lineup:
E123 *live* – Elektro-Punk/HH
https://soundcloud.com/e123

Schlechter Klang *live* – Techno/HI
http://monoton.bandcamp.com/

Silva Rymd – ://about blank/B
http://www.residentadvisor.net/dj/silvarymd

Reducation – Love Techno – Hate Germany/B
https://soundcloud.com/membum

Pink Leg – krisentrauma/BS
https://www.facebook.com/pinkleg

Schonmal gehört? Die rechte Hooligan-Band Kategorie C singt in einem der bekanntesten ihrer Lieder “Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik”. Dieser Slogan trifft in Braunschweig und den meisten anderen Fanszenen auf große Akzeptanz. Dieser Versuch den gesellschaftlichen Raum des Stadions als unpolitisch zu verkaufen, führt in der Realität eher dazu, dass sich Nazis an diesem Ort relativ ungestört bewegen und agieren können. Doch überall wo Nazis mit ihren diskriminierenden und menschenverachtenden Inhalten Auftreten, muss ihnen klar gemacht werden dass sie nicht willkommen sind.

Deshalb stehen wir offen für eine Fankultur mit einem antifaschistischen Grundkonsens ein, denn unserer Meinung nach darf es keine Freiräume für Nazis und alle anderen Diskriminierungsformen geben — nirgendwo!

Veranstalter*innen:
Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen,
DGB-Jugend,
Schüler*innenvertretung der IGS Franzsches Feld
und Ultras Braunschweig (UB)

Mit cooler Musik, feinen Beats und lockerem Fußball gegen nationalistische, sexistische und rassistische Kackscheiße – gegen rechte Hooligans im Eintracht-Stadion und anderswo!

Weitere Informationen:
nonazisbs.blogsport.de oder auf der Fanseite bei Facebook

Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, Mitglieder und Sympathisanten extremer rechter Parteien oder Gruppierungen und Personen, die der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische und antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung auszuschließen.