Archiv für Februar 2013

Rechte Eintracht-Hooligans setzen ihre Gewalt auch im neuen Jahr fort

Das neue Jahr läuteten die rechten Hooligans von Eintracht Braunschweig mit mehrfacher Beschädigung eines PKW ein. Ende Januar kam es dann am Rande der Braunschweiger Innenstadt zu Drohungen gegenüber vermeintlichen Ultras, demnächst Stichwaffen einsetzen zu wollen. Schließlich versuchten rechte Hooligans Anfang Februar nach dem Spiel BTSV – VfR Aalen die Gruppe Ultras Braunschweig bei der Abreise anzugreifen.
Diese Vorkommnisse reihen sich in die lange Chronologie von rechten Aktivitäten und Übergriffen durch Braunschweiger Hooligans ein, die die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen seit dem Jahr 2007 dokumentiert hat.

Sachbeschädigungen an PKW einer Person aus dem Umfeld der Ultras Braunschweig (UB)

Anfang Januar 2013 wurde im Westlichen Ringgebiet in Braunschweig der Kleinwagen einer Person aus dem Umfeld der Ultras Braunschweig teils schwer beschädigt.
Die Täter zerstörten zunächst beide Außenspiegel und den Heckscheibenwischer an dem an der Straße parkenden Fahrzeug. Es liegt dabei nahe, dass der oder die Verursacher des Schadens von einer 150 Meter entfernt gelegenen Feier mit Beteiligung von rechten Eintracht-Hooligans aus dem Kreis der Gruppe Kategorie Braunschweig (KBS) kamen, da sich ein Teil von Ihnen zu dieser Zeit auf den Weg zu Feierlichkeiten der Hooligan & Ultra-Szene in der nicht weit entfernten Südstraße machte. Nach Ende dieser begaben sich die Personen zurück zu ihrer ursprünglichen Feier und fügten auf dem Rückweg erneut Schaden am PKW zu. Durch einen Wurf mit einer Glasflasche wurde die Windschutzscheibe zerstört und mit mindestens einem Fußtritt auf Fahrerseite die Außentür beschädigt. Ebenso wurde versucht durch Tritte an die Seitenscheibe in den Innenraum des Fahrzeugs zu gelangen. Die Beschädigungen sind fototechnisch dokumentiert worden (siehe Anhang 1).
Durch die zeitliche Abfolge der Geschehnisse und zweifache Auswahl jenes Autos wird offensichtlich, dass diese Aktion gezielt von den Rechten verübt wurde und sich gegen die sich antifaschistisch positionierende Gruppe Ultras Braunschweig richtet.

Einschüchterungsversuche und Ankündigung vom Einsatz eines Messers durch rechte Eintracht-Hooligans

Im Februar 2013 meldeten sich Betroffene bei der Initiative gegen rechte (Hooligan)-Strukturen, um auf folgenden Vorfall aufmerksam zu machen:
Nach dem Besuch eines Braunschweiger Clubs am Bruchtorwall ist es in der Nacht vom 31. Januar 2013 auf den 1. Februar 2013 gegen 3:30 Uhr auf Höhe Friedrich-Wilhelm-Platz erneut zu Bedrohungen gekommen, an dem vier Unbeteiligte von fünf Personen aus der Eintracht-Fanszene unter Druck gesetzt wurden. Wie sich im Nachhinein herausstellte, waren in die Situation Mitglieder der Gruppe Cattiva Brunsviga, eine Person aus dem Umfeld der rechten Hooligan-Gruppe Alte Kameraden (AK), und weitere der Fanszene zugehörige junge Männer involviert.
Zunächst wurde den Betroffenen nach dem Verlassen des Club-Geländes hinterher gerufen und sie dabei zum Stehenbleiben aufgefordert. Der Aufforderung wurde nicht nachgekommen, sodass die Gruppe hinter ihnen her eilte und sie bedrängte. Die Betroffenen sahen sich nun den für sie unangenehmen Fragen „Ihr seid doch UB oder?“, „Seid ihr Antifa oder von der Initiative?“ (nach Gedächtnisprotokoll) ausgesetzt.
Im Folgenden wurde die Person, die den Alten Kameraden zuzuordnen ist, den Betroffenen von einem heranwachsenden Mann der Cattiva Brunsviga als „Chef von den Hools“ lauthals vorgestellt. Der etwa 30-jährige Mann der rechten Hooligans kündigte daraufhin brüllend den Einsatz einer Stichwaffe mit den Worten „Kennst du mein Messer? Das nächste mal bring ich es mit und steche dich ab!“ an. Sie sollten „Aufpassen“ und sich „Endlich verpissen!“. Er schloss mit dem Satz „Ich habe schon mal wen abgestochen…!“.
Die Gruppe wendete sich schließlich von den Betroffenen ab, ohne ihre Androhung in die Tat umzusetzen.

Überlegungen zum Einsatz von Messern oder Ähnlichem sind nicht neu

Zunächst ein paar kurze, erklärende Worte zu der oben erwähnten Ultra-Gruppierung Cattiva Brunsviga: Die in der Braunschweiger Südkurve angesiedelte Gruppe gilt nicht per se als rechts. Die Mitglieder geben und sehen sich als „unpolitisch“. Allerdings beteiligten sich Einzelpersonen von Cattiva Brunsivga in der Vergangenheit bei rechten Übergriffen gegen Antifaschist*innen und linke Ultras. Eine Distanzierung der Gruppe von ihren rechten Mitgliedern und deren Aktivitäten ist bis dato nicht erfolgt.

So kam es bereits im Mai 2011 rund um die antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen“ in Braunschweig zu Äußerungen von einem Cattiva Brunsviga-Mitglied im Internet auf der Social Media-Plattform Facebook. So wurde von Björn B. der Wunsch kommuniziert: „ich würde [Name des Betroffenen] so gerne anstechen!!“ (Siehe Anhang 2). Der Kommentar galt einem bei Ultras Braunschweig organisierten Antifaschisten.
Björn B. war es auch, der über sich und seine Gruppe bei einer ungewollten Begegnung in der Braunschweiger Innenstadt im Frühsommer 2012 gegenüber einer gegen Rechts engagierten Person meinte: „Ich bin Neonazi!“ sowie „Na und? Wir sind halt rechts, warum sagt ihr das nicht auch öffentlich?
Die Drohungen von rechten Braunschweiger Fans und Hooligans, ihre Vormachtstellung in der Fanszene und ihre politischen Ziele zur Not mit Hilfe von Stichwaffen durchzusetzen, sind demnach nicht erst seit diesem Jahr vorhanden.

Versuchter Angriff von rechten Hooligans nach Heimspiel von Eintracht Braunschweig

Nach dem Besuch des Heimspiels von Eintracht Braunschweig am 8. Februar 2013 versuchten mehrere rechte Hooligans die Gruppe um die Ultras Braunschweig bei der Abreise anzugreifen.
Die sich in der Straßenbahn befindenden Ultras und Antifaschist*innen wurden von den etwa 15 Aggressoren an der Haltestelle Nibelungenplatz nahe des Stadions bemerkt. Daraufhin vermummten sich einige der Angreifer und versuchten unter anderem durch Tritte gegen die Türen in die Straßenbahn einzudringen. Gleichzeitig kamen auch von der gegenüberliegenden Straßenseite weitere Aggressoren unterstützend hinzu. Die Situation konnte nur durch die Anfahrt der Straßenbahn entschärft werden.
Die Gruppe rechter Hooligans setzte sich hierbei vor allem aus Mitgliedern von Kategorie Braunschweig (KBS) sowie Fette Schweine/Hungerhaken (FS/HH) zusammen, deren Mitglieder des Öfteren an Übergriffen auf antifaschistische Eintracht-Fans beteiligt waren. So wirkte auch bei diesem Angriff Fabian Zyzik (KBS) mit, der in der Vergangenheit bereits mehrfach versuchte, Andersdenkende durch Gewalt einschüchtern.

Sofern ihr ebenfalls Betroffene oder Beobachter*innen von Übergriffen von rechten Hooligans seid, leitet diese Informationen an die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen via E-Mail (nonazisbs@riseup.net) weiter.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen, Februar 2013

Anhänge:

(1)

Zerstörte Windschutzscheibe an PKW

(2)

Kommentar bei Facebook im Mai 2011

2. Aktionstag: „Keine Eintracht mit Nazis“

am Samstag, 23. März 2013
IGS Franzsches Feld, Grünewaldstraße 12, Braunschweig

Vernetzen, diskutieren und solidarisieren sind die Schlagwörter für den nunmehr zweiten Aktionstag mit Fußballturnier unter dem Motto: „Keine Eintracht mit Nazis“. Nachdem sich im vergangenen Jahr bereits über 200 Menschen beteiligten, werden wir auch dieses Jahr wieder einen bunt gemischten Tag an den Start bringen, bei dem für Jede*n etwas dabei ist. Auch du bist herzlich eingeladen!
Ab dem frühen Vormittag treten in der IGS Franzsches Feld (Grünewaldstraße 12) über 20 verschiedene Fanclubs, Ultràgruppen, antifaschistische Initiativen und Jugendorganisationen aus Braunschweig und anderen Städten gegen den Ball. Parallel zum Fußballturnier besteht die Möglichkeit, sich an zahlreichen Infoständen zu informieren oder sich die aktualisierte Ausstellung „Chronologie der Aktivitäten und Übergriffe durch rechte Hooligans ab Mai 2007 [in Braunschweig]“ anzusehen. In den Pausen wird es zwei Vorträge rund um die Problematik rechter Strukturen und Diskriminierung im Fußball geben.

Abgerundet wird der Aktionstag ab 22:00 Uhr bei fetten Technobeats im Nexus an der Frankfurter Straße 253.

Veranstalter*innen:
Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen,
DGB-Jugend,
Schüler*innenvertretung der IGS Franzsches Feld
und Ultras Braunschweig (UB)

Weitere Informationen:
nonazisbs.blogsport.de oder auf der Fanseite bei Facebook

Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, Mitglieder und Sympathisanten extremer rechter Parteien oder Gruppierungen und Personen, die der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische und antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung auszuschließen.