Wenn die NPD sich in Blau-Gelb präsentiert

Am Montag, den 7. Januar 2013 fand eine Wahlkampfveranstaltung der NPD auf dem Burgplatz in Braunschweig statt. Dies sorgte für viel Unmut und etwa 400 Antifaschist*innen stellten sich den Faschisten in den Weg und äußerten lautstark, was sie von der nationalistischen, rassistischen und sozialchauvinistischen Hetze der NPD halten. Kurzum, die NPD-Kundgebung ging in einem gellenden Pfeifkonzert unter.

Als erster trat Nachwuchskader Patrick Kallweit (*1985), NPD-Kandidat auf Listenplatz 2 bei der Landtagswahl, ans Rednerpult, um seine rassistischen Thesen zu verbreiten. Dabei präsentierte er sich der Öffentlichkeit, gewiss nicht ohne Hintergedanken, mit einem Eintracht Braunschweig-Fanschal, was insbesondere auch bei den anwesenden antifaschistischen Fußballfans für großen Unmut sorgte.

Der Versuch, im Fanumfeld von Eintracht Braunschweig neue Mitglieder anzuwerben, ist keine neue Taktik rechter Organisationen. So sieht sich sein Parteikamerad Holger Apfel, immerhin Bundesvorsitzender der NPD, selber als jahrelanger Eintracht-Fan und macht daraus auch keinen Hehl. Immer wieder ist Holger Apfel im Eintracht-Stadion anzutreffen, zuletzt am 28. November 2012 beim Spiel von Eintracht Braunschweig gegen den FC St. Pauli.

So schrieb Apfel kurz nach besagtem Spiel im Online-Netzwerk Facebook:
„Scheint der Eintracht gut zu tun, wenn ich im Stadion dabei bin. 1:0 gegen die Zecken von Pauli – Tabellenführung verteidigt, was will man mehr”
In kurzer Zeit klickten über 170 seiner Anhänger bei Facebook unter dem Beitrag auf gefällt mir. Darunter auch einige die unschwer als Fans von Eintracht zu identifizieren sind.
(Text: Recherche38)

Im Stadion sind Apfel & Kallweit jedoch nicht zum Flyerverteilen oder zur offenen Zurschaustellung ihrer Ideologie: Vielmehr geht es ihnen darum, „mitten drin“ zu sein, ohne dass sich jemand daran stört. Trotz ihrer extrem rechten Positionen an der Gesellschaft teilzuhaben und ihre Anwesenheit dabei als Normalität bescheinigt zu bekommen, ist ihr vorrangiges Ziel.

Genau dies scheint ihnen zu gelingen, wenn Thilo Götz, seines Zeichens Vorsänger der Fankurve von Eintracht Braunschweig, in einem Interview äußert, dass es zwar im Eintracht-Stadion Fangruppen mit rechten Tendenzen gebe, „[d]och noch einmal: Wir stören uns nicht daran, solange diese Leute uns nichts tun.“ (Text: 11 Freunde).

Es wird abzuwarten sein, wie lange es der Verein Eintracht Braunschweig und seine Fans akzeptieren, dass ihre Farben u.a. von der NPD für deren rassistische und nationalistische Propaganda benutzt werden, wie am 7. Januar auf dem Burgplatz geschehen.

Wünschenswert wäre eine klare Botschaft, dass es keine Eintracht mit Nazipropaganda gibt.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen im Januar 2013

Texte: