Archiv für Juni 2012

Filmveranstaltung „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“

Am Mittwoch den 20. Juni 2012 um 19 Uhr findet die Filmveranstaltung „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ im Universum Filmtheater statt. Der Film beschäftigt sich mit mit dem Thema Rechtsrock und wie die rechte Szene ihren Nachwuchs über diese Musik rekrutiert. Die Veranstaltung wird unter anderem vom „Bündnis gegen Rechts“ unterstützt, das auch über Nazikonzerte in der Region Braunschweig informieren wird.
Wir möchten euch deshalb auf den Dokumentarfilm hinweisen, da rechte Ideologien nicht nur im Fussball, sondern eben auch durch Musik verbreitet werden.

Im Folgenden der Infotext:

Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Skinheads toben und die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi – Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund vierzig Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm auf seiner „Konzerttournee“ immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban im Lauf der Jahre zusammengetragen hat – einzigartig in Europa, wahrscheinlich sogar weltweit.
Mit Rechtsrock junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren – diese „Masche“ zieht: Laut einer Studie ist der Rechtsextremismus in Deutschland zur größten Jugendbewegung geworden. Längst hat sich rund um die Musikveranstaltungen auch ein blühender Markt entwickelt: CD’s der einschlägigen Bands werden in Eigenregie produziert und in Szeneläden oder über das Internet verkauft. Mit rechtsextremen Merchandising – Artikeln ist das nicht anders. Auf diese Weise wird zugleich Geld für die Expansion der „Bewegung“ generiert.
Der Journalist Thomas Kuban hat all das mit versteckter Kamera dokumentiert und ist dabei ein hohesRisiko eingegangen. In keinem Verhältnis dazu steht das Interesse der Öffentlichkeit an seinen Bildern. Besonders deutlich wird dies bei der erfolglosen Suche nach Unterstützung für ein Filmvorhaben, von dem er sich große Wirkung verspricht: Eine Reise durch Deutschland und Europa, zurück auch an Orte, an denen er versteckt gedreht hat. Im Fokus stehen dabei politische Entscheidungsträger, Behörden und Bürger. Thomas Kuban versucht so Antworten zu finden auf die Fragen: Warum kann auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden und wie lässt sich das verhindern?
Der Autor Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise mit der Kamera begleitet. Diesen Beobachtungen sind Sequenzen des Undercover-Materials gegenübergestellt. In den Dokumentarfilm sind quasi fiktionale Elemente integriert, die sich aus Sicherheitsgründen ergeben: Der Protagonist des Films muss unerkannt bleiben, sein Name ist folglich ein Pseudonym. Die eigenwillige Verkleidung dient nicht nur seinem Schutz, sondern thematisiert in ihrer Überpointierung zugleich die Rezeption seiner Person durch die Gesellschaft. Auch die Stimme von Thomas Kuban wird unkenntlich gemacht. Die Sprachebene ist analog zur Verkleidung frei entwickelt, sie orientiert sich aber an seiner realen Identität und hält sich streng an Fakten.

Quelle: http://filmfaktum.de/de/projekte-2/blut-muss-fliessen-der-film.html
Mittwoch, 20.06.2012 // 19 Uhr // Universum Filmtheater, Neue Strasse 8, Braunschweig

Vortrag und Diskussion – Diskriminierung im Fußballsport

Am Dienstag den 12. Juni 2012 um 18:30 findet die Veranstaltung „Diskriminierung im Fussballsport“ im Rahmen des „festival contre le racisme“ statt. Diese wird auch von der Initiative mitgestaltet.

Hier der Aufruf des Astas der TU – Braunschweig:

>>Ey, Mädels, unser Schwarzer hat den Längsten!< < (Lothar Matthäus)

Ob durch Spieler, Fans oder Trainer - immer wieder kommt es im modernen Männerfußball zu mannigfaltiger Diskriminierung. Seien es antisemitische Sprechchöre, die die gegnerische Mannschaft gedanklich nach Auschwitz deportieren, rassistische Ausschreitungen auf den Rängen oder homophobe Sprüche auf dem Spielfeld, im Fußballsport findet Diskriminierung (s)eine Bühne.
In der Veranstaltung soll sich der Frage gewidmet werden, warum gerade im Fußball gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit scheinbar zur Alltäglichkeit gehört, warum sich in der Masse von Fans eine Stimmung entwickeln kann, in der jede Hemmung des Alltag abgeschüttelt wird und was dass alles mit der Geschichte und den gesellschaftlichen Impliakationen des Rasenballsportes zu tun hat.
Nach einer theoretischen Einführung, soll ein Überblick über die regionale Fussballwelt gegeben werden: Wo gibt es diskriminierende Strukturen und Ansätze für einen diskriminungsfreien Fussballsport. Im Anschluß wollen wir die Fragen diskutieren: Welche Möglichkeiten haben Fans und Verantwortliche in Verbänden und Vereine für einen weltoffenen und demokratischen Sport?

Referenten: Thadeus Mainka, Soziologe und Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig und ein Vertreter der Initiative gegen rechte (Hooligan)Strukturen

Das Ganze findet im Altgebäude der TU (Pockelsstraße 14, Braunschweig) im Raum SN 19.3 statt.