Archiv für Mai 2011

EA-Nummer

Für die Demonstration wurde ein Ermittlungsausschuss (EA) eingerichtet, er ist ab kurz vor Demobeginn unter 0178/8658314 zu erreichen.

Wer noch…

…Banner, Flyer, oder andere schöne Bilder für Samstag braucht, wird unter Stuff fündig!

Infoveranstaltung: Rechte Fan- und Hooligangruppen bei Eintracht Braunschweig

Freitag, 13. Mai 2011 * 19 Uhr * DGB Gewerkschaftshaus (Wilhelmstraße 5 – Braunschweig)

„Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen“ lautet das Motto einer Demonstration am 21. Mai in Braunschweig. Warum es in Braunschweig so wichtig ist antifaschistische Proteste gegen rechte Hooliganstrukturen auf die Straße zu tragen, wollen wir mit dieser Informationsveranstaltung klären.In den letzten 2 Jahren kam es zu mehreren verbalen und körperlichen Übergriffen von rechten Hooligans auf AntifaschistInnen, darunter speziell auf antifaschistische Ultras. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand: Wagten doch hier erstmalig Mitglieder der Gruppe Ultras Braunschweig in organisierter Form antirassistische sowie antifaschistische Inhalte in dem gesellschaftlichen Raum rund um die Fanszene von Eintracht Braunschweig zu platzieren. Dieser war bis dato eher durch einen vermeintlich “unpolitischen” Grundkonsens gekennzeichnet, welcher in der Realität jedoch lediglich Ausschweifer nach rechts ermöglichte und dafür sorgte, dass sich dauerhaft diskriminierende Strukturen etabliert haben, die auf Rassismus und Nationalismus basieren. Diese Strukturen werden von einem kleinen Teil bewusst gefördert und von dem Gros der übrigen ZuschauerInnen überwiegend stillschweigend hingenommen.

Die von Seiten der Gruppe Ultras Braunschweig von mal zu mal offener und bestimmter geäußerte Warnung vor rechten Aktivitäten und das gleichzeitige Artikulieren emanzipatorischer Inhalte (vor allem antifaschistische, antirassistische und antisexistische) bewirkte einen Eingriff in
den Aktionsraum rechter Personen innerhalb oder im Dunstkreis der Fanszene. Jene reagieren seither aggressiv und versuchen antifaschistische AktivistInnen durch Drohungen und Übergriffe einzuschüchtern. Dies fassen wir als ernste Bedrohung auf und wollen deshalb über rechte Aktivitäten und Gruppen innerhalb der Fanszene von Eintracht Braunschweig und deren Überschneidungen mit der lokalen Naziszene informieren.

Dabei geht es keinesfalls darum, alle AnhängerInnen der Eintracht über einen Kamm scheren zu wollen. Ganz im Gegenteil, mit dieser Infoveranstaltung soll differenziert aufgezeigt werden, wer hinter derartigen Übergriffen und Ideologien steht.
Gegen Nazis – im Stadion und überall!

Antifaschistisches Plenum, DGB Jugend, Jugend Antifa Aktion (JAA) & Ultras Braunschweig (UB)

Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, Mitglieder und Sympathisanten extremer rechter Parteien oder Gruppierungen und Personen, die der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische und antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung auszuschließen.

Demo-Aufruf: Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen!

Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen! Naziaufmarsch am 4. Juni verhindern!

>>> Für den 21. Mai 2011 rufen wir zu einer breiten antifaschistischen Demonstration in Braunschweig auf. Kommt Zahlreich! Beginn ist um 14 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs.< <<

Zunehmend sind Faschisten im Stadtbild von Braunschweig präsent und agieren des öfteren gewalttätig gegenüber alternativ aussehenden Jugendlichen und anderen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. So kam es im Laufe der letzten zwei Jahre im Raum Braunschweig zu mehreren Übergriffen durch Nazis. Oftmals traf diese Gewalt gezielt antifaschistische AktivistInnen aus dem Umfeld der Gruppe Ultras Braunschweig (UB). Die Angreifer stammen dabei überwiegend aus dem Hooligan-Spektrum rund um die Fanszene des Vereins Eintracht Braunschweig. Organisierte Nazis sind ein fester Bestandteil in Braunschweiger Hooligan-Strukturen und
auch in einigen Fan-Gruppen wird rechtes Gedankengut propagiert oder zumindest widerspruchslos toleriert. Diese stillschweigende Akzeptanz birgt auch im Stadion die Gefahr, dass sich menschenverachtende Ideologien und Meinungen ausbreiten und als salonfähig
betrachtet werden.

Chronologie faschistischer Übergriffe auf linke Ultras
In Hooligankreisen herrscht ein stark ausgeprägtes Verhältnis von Gewalt, Rassismus und Nationalismus, welches sich in der Vergangenheit oftmals gegenüber linken Ultras der Gruppe UB entlud. Im Folgenden ein Auszug aus der Chronologie derartiger Vorfälle:

  • Am 28. Februar 2010 belästigten Mitglieder der Fangruppe Liontology Braunschweig einige antifaschistische Ultras und andere Antifa-AktivistInnen vor der Diskothek „Merz“ mit dem Zeigen des „Hitlergruß“ und „Sieg Heil“-Rufen. In Folge dessen kam es zu einer Auseinandersetzung.
  • Am Abend des 14. April 2010 ereignete sich ein Angriff durch sechs Hooligans, die versuchten den damaligen Treffpunkt der UB zu stürmen, welcher zu diesem Zeitpunkt von zahlreichen Menschen besucht war, wobei u.a. die Eingangstür durch massive Gewalteinwirkung zerstört wurde. Bereits einige Monate zuvor attackierten Personen aus den selben Kreisen in den Abendstunden mittels eines Böllers den Treffpunkt und verletzten im Anschluss einen Aktivisten der UB durch körperliche Gewalteinwirkung.
  • Den bisherigen Höhepunkt im negativen Sinne stellt allerdings der versuchte Überfall von etwa 20-25 Personen am 27. November 2010 auf das von UB besuchte Frauenhandballspiel in der Sporthalle „Alte Waage“ dar. Ein Teil der Angreifer, die Mobilisierungsbuttons für den Naziaufmarsch am 4. Juni in Braunschweig trugen, drang in die Halle ein, provozierte und bedrohte hierbei die AktivistInnen der UB mittels des Zeigens des „Hitlergruß“ und versuchte diese durch aggressives Gebrüll und Gestikulieren vor die Tür und damit in die Arme der anderen dort wartenden Hooligans zu locken. Die Hauptakteure dieser Attacken kamen größtenteils aus der Gruppe bzw. den Umfeld von „Kategorie
    Braunschweig“ (KBS).

Kein Fußball den Faschisten!
Bei diesen und anderen körperlichen Übergriffen fielen immer wieder Äußerungen wie:
„Juden UB“, „Scheiß Zecken“ oder „Antifa-Ultras aufs Maul“. Nicht nur dieser Umstand zeigt somit eindeutig die politische Dimension der Angriffe von rechten Hooligans in Braunschweig. Mitglieder der Gruppe „Kategorie Braunschweig“ sind mit „Hitlergruß“ auf zahlreichen Gruppen-Fotos im Internet zu sehen. Doch die Sympathie für faschistische Ideologien zeigt sich nicht nur in symbolischer Weise – auch die Teilnahme an Naziaufmärschen verdeutlicht, dass einige Mitglieder in der regionalen Naziszene fest verankert sind. Personen wie Stephan „Gambo“ Lüddecke, Gründer der sich inzwischen aufgelösten Organisation „Autonomen Nationalisten Harz und Heide“ (ANHH) oder Mario Blütchen, welcher seit Jahren an Naziaufmärschen teilnimmt und sich im Umfeld der „Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel/Salzgitter“ (ANWF/SZ) bewegt, sind der Hooligangruppe Kategorie Braunschweig zuzuordnen.
Dominik Drosdziok, selber Mitglied bei KBS und Betreiber eines Online-Versands für Nazi-Klamotten, versuchte Ende letzten Jahres gegenüber des Stadions einen „Thor Steinar“-Laden zu eröffnen, der gleichzeitig als Hooligan-Treffpunkt fungieren sollte, was an dem in den
Räumlichkeiten aufgehängten Transparent der Gruppe „Kategorie Braunschweig“ zu sehen war. Dank der Recherchen des Antifaschistischen Plenums und des darauf folgenden öffentlichen Drucks konnte die Eröffnung jedoch verhindert werden. Seinen Online-Versand
betreibt Drosdziok allerdings weiterhin.

Auch die derzeit aktivste organisierte Braunschweiger Nazikameradschaft „Thormania“, welche sich an der Mobilisierung und Organisation für den Naziaufmarsch am 4. Juni beteiligt, sympathisiert mit „Kategorie Braunschweig“ und versucht das Stadion als
Rekrutierungsort zu benutzen. Thormania-Mitglied Oliver „Ollo“ Sulz nimmt nicht nur an Naziaufmärschen wie zuletzt in Wuppertal teil, sondern pflegt auch freundschaftlichen Kontakt mit den rechten Hooligans von Eintracht Braunschweig. Jener „Ollo“ ist ebenso verantwortlich für den Angriff auf das Jugendzentrum SUB der Falken am 5. Juli 2010. Darüber hinaus ist er ganz aktuell auf dem Mobilisierungsvideo der Nazis für den geplanten „Tag der Deutschen Zukunft“ am 4. Juni ebenfalls zu sehen.

Es reicht – wir setzen uns zur Wehr!
Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen! Naziaufmarsch am 4. Juni verhindern!
Die Gewalt gegen AntifaschistInnen in Braunschweig und Umgebung durch organisierte Nazis droht sich massiv zu verstärken. Aus diesem Grund wollen wir diese Entwicklungen frühzeitig stoppen und setzen dabei auf eine breite antifaschistische Solidarität. Es ist an der Zeit den Einschüchterungsversuchen von Thormania, Kategorie Braunschweig und anderen Faschisten ein Ende zu setzen!

Daher rufen wir zu einer antifaschistischen Demonstration am 21. Mai 2011 um 14 Uhr ab dem Vorplatz des Hauptbahnhofs auf! Beteiligt Euch darüber hinaus an den Gegenaktionen zum Naziaufmarsch am 4. Juni.

Gegen Nazis – im Stadion und überall!

Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen

UnterstützerInnen
Antifaschistische Gruppe Braunschweig (AGB)
Antifaschistische Jugend Seesen
Antifaschistisches Plenum Braunschweig
Braunschweiger Jugend gegen Rechts
FrauenLesbenGruppe Zami
Jugend Antifa Aktion (JAA) Braunschweig
Nexus Braunschweig
SJ – Die Falken KV Braunschweig
Ultras Braunschweig (UB)