Kein Platz für Diskriminierung im Eintracht-Stadion?!

Dass bei einem Derby viele Emotionen im Spiel sind, ist durchaus nicht außergewöhnlich. Leider kam es dabei am Sonntag (6. November 2016) zu einigen Zwischenfällen, über die nicht geschwiegen werden darf und welche leider aufzeigen, dass trotz aller Beteuerungen definitiv noch eine Menge Handlungsbedarf besteht. Diese Vorkommnisse dürfen nicht einfach als emotional aufgeladene Verfehlungen bagatellisiert werden, sondern müssen als das benannt werden, was sie sind: direkte und indirekte Diskriminierungen.

Konkret versuchte die führende Ultra-Gruppe Cattiva Brunsviga (CABS) im Verlauf der Zweiten Halbzeit, die Ultras des Derbygegners Hannover 96 auf homophobe Art und Weise abzuwerten: „Trendige Batikkurse für sie und es gibt es unter homo@rbh.de!“(1) (RBH steht hierbei für Rising Boys Hannover, eine Ultra-Gruppe im Umfeld von Hannover 96), stand auf dem Spruchband, welches sie am Zaun vor dem Stimmungsblock 9 der Südkurve entrollten und mit ihrem Gruppenkürzel CABS unterschrieben. Dass sie Homosexualität gleichzeitig als unmännlich definieren, unterstrichen die Jungs von Cattiva zusätzlich damit, dass sie für die männliche Form „ihn“, lieber ein „es“ verwendeten.
Dabei erklärte eben jene Gruppe vor nicht allzu langer Zeit noch: „Wir wollen (…) vielmehr an dieser Stelle abermals klarstellen, dass rassistische Äußerungen, politisch motivierter Extremismus und das Zeigen/Tragen von verfassungswidrigen Zeichen in der Fanszene von Eintracht Braunschweig keinen Platz haben und wir auch jeden Eintracht-Fan dazu aufrufen, sich weiterhin davon zu distanzieren und im Rahmen der Möglichkeiten bei eventuell vorkommenden Verfehlungen dagegen vorzugehen. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass Kritikern der Nährboden entzogen wird und rechtes Gedankengut keinen Platz zur Entfaltung findet und aus dem Stadion verschwindet.“(2)
Die Ernstzunehmbarkeit jener Distanzierungen und Aufforderung zu Zivilcourage, die im Rahmen der Auseinandersetzung um die Angriffe auf die antifaschistischen Ultras Braunschweig (UB) getätigt wurden, darf somit durchaus angezweifelt werden.

Wo Homophobie im Spiel ist, ist Sexismus leider meist nicht weit. So hing während des gesamten Spiels vor Block 8 ein Banner mit der sexistischen Aufschrift: „Fotzen Hannoi“, wobei das „o“ durch ein 96-Logo ersetzt wurde. Auch dieses Transparent aus den Reihen der rechten Hooligan-/Fan-Gruppen Fette Schweine Braunschweig und Exzess Boys Braunschweig hing ohne Intervention das komplette Spiel über am Zaun. Erschreckenderweise tat es dies bereits mehrere Male und führte am 21. August 2015 beim Auswärtsspiel der Eintracht in Bielefeld schon zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Eintracht-Fans und Ordnern von Arminia Bielefeld (darunter auch Hooligans von Hannover 96), weil diese das Transparent entfernen wollten.

Aus den Reihen der Fetten Schweine und Exzess Boys stammte auch das Transparent: „Eintracht Fans gegen Kinderficker“, welches in der zweiten Halbzeit gezeigt wurde, sowie das Spruchband: „Wischt euch den Angstschweiss von der Stirn – Die U-Bahn wird heute nicht gebaut“(3), welches klar auf den antisemitischen Fangesang „[…] Eine U-Bahn bauen wir, von Hannover bis nach Auschwitz. […]“ anspielt.

Analysiert man genauer wer dahinter steckt, kann man auf den aktuellen Fotos vom Spiel altbekannte Gesichter der Fangruppe wiederfinden, welche bereits 2012 in der Broschüre Kurvenlage – Rechte Aktivitäten in der Fanszene von Eintracht Braunschweig ausführlich erwähnt wurde. Rechtes Gedankengut in diesen Reihen sind leider keine überraschende Neuerscheinung, sondern Verein, Polizei sowie aktiver Fanszene hinlänglich bekannt (siehe auch Kurvenlage, Seite 30 (4))

Während die Fetten Schweine gleich ganz darauf verzichteten, distanzierten sich die Exzess Boys immerhin im Rahmen der Auseinandersetzung um rechtes Gedankengut in der Fanszene am 1. Oktober 2013 von eben jenem: „Für uns gab und gibt es im Stadion einzig allein einen Tenor und der heißt Eintracht Braunschweig. Daraus ergibt sich aus unserem Verständnis auch das Rassismus, Rechts‐ und Linksextremismus sowie andere Diskriminierende Aussagen keinen Platz im Stadion haben. Frei nach dem Motto: Eintracht in Vielfalt….“(5)
Dass sie dennoch weiterhin gemeinsame Sache mit eine Gruppe wie den Fetten Schweinen machen und mit diesen derartige Spruchbänder und Banner präsentiert, zeigt leider auch hier, wie wenig andere Eintracht-Fans, Zuschauer*innen und Vereinsverantwortliche diese Distanzierung von diskriminierenden Aussagen noch ernst nehmen können.

Im Stadionumfeld tauchten derweil rund um den Spieltag ebenfalls antisemitische Aufkleber mit der Aufschrift „HSV Juden“(6) auf die zeigen, dass rechtes Gedankengut bei so manchen traurigerweise immer noch an der Tagesordnung ist.
Klar ist: Dass solche Aufkleber im Stadionumfeld verklebt werden, kann nur schwerlich verhindert werden. Im Kontext der im Stadion gezeigten Spruchbänder und Transparente muss sich der Verein Eintracht Braunschweig allerdings die Frage gefallen lassen, wieso er dagegen nicht unmittelbar vorgegangen ist. Die Stadionordnung und das Leitbild von Eintracht Braunschweig schließen Diskriminierung im Eintracht-Stadion kategorisch aus, dennoch blieben die für alle öffentlich sichtbaren Verfehlungen vom Derby-Spieltag unkommentiert. Lediglich ein Transparent gegen die Polizei und der Einsatz von Pyrotechnik wurden vom Stadionsprecher als nicht wünschenswert kommentiert.

Einmal mehr zeigte in diesem Zusammenhang die Gruppe Fette Schweine mit ihrem antisemitischen und zutiefst menschenverachtenden Spruchband, welches Weltbild sie vertritt und offen ins Stadion hineinzutragen pflegt. Auch hier muss sich der Verein die Frage gefallen lassen, wie er in Zukunft mit dieser Gruppe und seinen Protagonisten – welche seit mehreren Jahren durch solche rechten und zum Teil gewalttätigen Aktionen auffällig geworden ist – umgehen will.

Gegen eine gesunde, sportlich faire Fanrivalität, wie sie von der überwältigen Mehrheit beim Derby praktiziert wurde, gibt es nichts einzuwenden. Wenn sich allerdings einige wenige, bekannte Personen zu lasten des Grundverständnisses von Eintracht Braunschweig so verhalten, dass sie Menschen (direkt und indirekt) diskriminieren, steht dies konträr zu den Grundwerten von Eintracht Braunschweig und verlangt eine Intervention.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

Verzeichnis und Fotos:

(1)

(Fotoquelle: Hendrik Buchheister on Twitter; https://twitter.com/h_buchheister/status/795268610667278337)

(2)
http://www.fanpresse.de/stellungnahmen-zum-thema-rechtsextremismus-und-der-thematik-ub-01/

(3)

(Fotoquelle: Panajotis Gavrilis on Twitter; https://twitter.com/panajotaki/status/795291944461148160)

(4)
http://nonazisbs.blogsport.de/images/kurvenlage_online.pdf

(5)
http://www.fanpresse.de/stellungnahmen-zum-thema-rechtsextremismus-und-der-thematik-ub-01/

(6)

(Fotoquelle: privat)

Ultras Braunschweig stellt Aktivitäten im Stadion ein

Einstellung der Aktivitäten im Stadion

Mit dieser Stellungnahme geben wir – Ultras Braunschweig – bekannt, dass wir mit sofortiger Wirkung unsere Aktivitäten im Stadion einstellen.

In über 15 Jahren Gruppengeschichte standen wir ständig vor Herausforderungen und mussten stets flexibel auf die sich ändernden Rahmenbedingungen reagieren. In den letzten Wochen und Monaten haben alle Mitstreiter*innen von Ultras Braunschweig immer wieder diskutiert, um eine adäquate und für alle gangbare Lösung für die derzeitige Situation zu finden.

Grundsätzlich gilt es festzustellen
Innerhalb des Vereins und der Fanszene von Eintracht Braunschweig gab es im Laufe der letzten vier Jahre viele positive Entwicklungen zu verzeichnen. Fans und Hooligans mit einer rechten Gesinnung treten zum überwiegenden Teil nicht mehr so unbehelligt wie in der Vergangenheit auf und arbeiten verstärkt an einem vermeintlich „unpolitischen“ Außenbild. Offen diskriminierende Gesänge oder rechtes Auftreten bei Auswärtsspielen sind ebenfalls zurückgegangen. Der Verein hat zudem seine gesellschaftspolitische Rolle in der Stadt und in der Region erkannt und ist dahin bestrebt, Präventionsarbeit mit jüngeren Eintrachtfans zu leisten. Außerdem geht der Verein nun auch rechtlich gegen Täter*innen aus dem rechten Spektrum vor.

Also ist doch alles gut?
Leider nein. Im Laufe der letzten beiden Jahre gab es einen durch die Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) begleiteten Moderationsprozess mit Eintracht Braunschweig und der Fanszene, in welchem wir uns einerseits dialog- und kompromissbereit gezeigt haben (ausgenommen gegenüber Nazis und deren Umfeld), andererseits Teile der Fanszene bereits am Anfang ausgestiegen sind und unter anderem der Fanrat e.V. leider die direkte Kommunikation mit uns ablehnte. Auch das Fanprojekt verweigerte uns über den Moderationsprozess hinaus die Zusammenarbeit und wollte ihrem eigentlichen Auftrag aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht nachkommen. Mit dem Moderationsprozess einhergehend mussten wir zudem erhebliche Einschränkungen in unserer Auslebung, unserem Selbstverständnis und unserem Anspruch als Ultrà-Gruppe hinnehmen.

Nach zwei Jahren mit Standort in Block 5 der Südkurve (Saison 2013/14 und Saison 2014/15) und einer Lockerung des Gruppenaufrtrittsverbotes kam es an den ersten beiden Heimspieltagen der Saison 2015/16 zu gezielten Provokationen und Auseinandersetzungen durch uns feindlich gesinnte Teile der Fanszene und rechten Hooliganszene (hier gab es in mindestens einem Fall ein Stadionverbot für Volksverhetzung infolge antisemitischer Äußerungen). Nach einer Auseinandersetzung zwischen Einzelpersonen beim darauffolgenden Auswärtsspiel in Bielefeld – infolge der andauernden Bedrohungssituation – sprach der Verein uns erneut ein weiteres kollektives Gruppenauftrittsverbot aus, um ein weiteres durch Teile der Fanszene organisiertes und konstruiertes Bedrohungsszenario zu vermeiden. Zum wiederholten Male fand auf dieser Ebene eine Täter*innen-Betroffenen-Umkehr statt, zudem beinhaltete die Reaktion ein Betretungsverbot für die Südkurve für die restliche Saison – auch für alle Einzelpersonen, die unserer Gruppe willkürlich zugeordnet wurden. Zu Beginn der jetzt endenden Sommerpause trat der Verein mit einem neuen Angebot an unsere Gruppe heran, welches wir im Anschluss ablehnten. Dieses Angebot umfasste mit einem unfreiwilligen Standortwechsel von unserem etablierten Standort in Block 5 in den Sitzplatzbereich der Nordkurve und einer vagen und nicht klar definierten Rückkehroption in die Südkurve eine weitere starke Einschränkung für unsere Gruppe.

Das Zusammenspiel aus den Erfahrungen der letzten Jahre, dem vorgelegten Angebot und der damit verbundenen fehlenden Perspektive führt zu folgenden Konsequenzen innerhalb unserer Gruppe:

1. Ultras Braunschweig stellen mit sofortiger Wirkung ihre Aktivitäten im Stadion ein

2. Die Gruppe besteht ebenfalls mit sofortiger Wirkung nur noch aus drei Personen

3. Alle weiteren Personen werden auf nicht absehbare Zeit kein Teil der Gruppe sein und sie daher auch nicht mehr repräsentieren

Mit diesem Schritt wollen wir allen ehemaligen Mitstreiter*innen und Sympathisant*innen, die auch weiterhin in das Eintracht-Stadion gehen wollen, einen normalen und uneingeschränkten Stadionbesuch ermöglichen.

Eintracht Braunschweig. Du und ich – wir bleiben dabei.
Ultras Braunschweig im August 2016

via Homepage der Ultras Braunschweig:

AUFRUF: Kein Aufmarsch von Nazi-Hooligans in Hamburg am 12.09.2015!

Wir teilen den Aufruf vom Hamburger Bündins gegen Rechts und rufen Euch dazu auf, sich an diesem Samstag an den Gegendemonstrationen zu beteiligen.

Am 12. September 2015 wollen Neonazis, Hooligans und RassistInnen aus verschiedenen Spektren und mit überregionaler Beteiligung unter dem Motto „Tag der deutschen Patrioten“ durch die Hamburger Innenstadt marschieren. Dies wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen verhindern.

Gewaltbereite Hooligans…

Mit ihrem Motto und Teilen ihrer Symbolik knüpfen die PatriotInnen an den jährlichen Nazi-Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ an, dem sich 2012 in Hamburg Zehntausende Menschen mit Demonstrationen, Blockaden und anderen Aktionen erfolgreich entgegen stellten. Zudem wollen sie an die rassistischen Pegida- und HoGeSa-Aufmärsche (Hooligans gegen Salafisten) der letzten Monate anknüpfen. Der Strippenzieher des geplanten Aufmarsches ist Thorsten de Vries, ein mehrfach wegen Gewaltdelikten verurteilter Nazikader, der in seiner langjährigen Karriere für Kameradschaften, NPD und Hooligans aktiv war. Er und sein Team möchten gerne einen gemeinsamen Aufmarsch von organisierten Neonazis, Hooligans bis hin zur, in Hamburg inzwischen umbenannten, Pegida-Bewegung. Er und seine PatriotInnen träumen von einer homogenen Nation, die autoritär geführt wird und in der „Nicht-Zugehörige“ von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. Vielfältigkeit, Gleichberechtigung und Solidarität gelten ihnen als Teufelszeug.

Die bisher veröffentlichten Videos und Bilder zum „Tag der deutschen Patrioten“ sowie die von de Vries veröffentlichten Stellungnahmen propagieren Nationalismus, Hetze gegen Muslime und Geflüchtete, sowie die traditionellen rechten Feindbilder: Frauenemanzipation und alternative Lebensentwürfe jenseits der heterosexuellen Kleinfamilie. Mit Kampfbegriffen wie „Volkstod“ und „Überfremdung“ propagieren sie, es sei Zeit für ihre „Revolution“, die in Hamburg am 12.9. beginnen solle. Ihre Propaganda strotzt von Gewaltphantasien, trotz verbaler Distanzierungen. So werben sie mit den brutalen Übergriffen des Hooligan-Aufmarsches im Oktober 2014 in Köln, bei dem auch de Vries als Redner auftrat. Das Innenministerium registrierte ihn schon 1997 in einer bundesweiten Datei als „geistigen Brandstifter“.

…Pegida, HoGeSa, AfD und NPD

Zehntausende von Pegida-AnhängerInnen im letzten Winter zeigten, dass sich jetzt ein schon länger vorhandenes rassistisches Potential offen auf die Straße wagt. Zudem hat dieses Spektrum mit der AfD erstmals eine parlamentarische Vertretung, die im Gegensatz zur NPD nicht mit dem Makel des NS-Bezuges behaftet ist. Im Gefolge von AfD, Pegida und HoGeSa nahmen Angriffe auf Geflüchtete in Deutschland drastisch zu. 2014 gab es laut ProAsyl 35 Brandanschläge und 118 Sachbeschädigungen gegen Geflüchtetenunterkünfte sowie 256 Kundgebungen gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte.

Auch wenn Pegida und AfD in Ostdeutschland die größten Erfolge haben, blieb Hamburg nicht von dieser Entwicklung verschont. Nach einem Wahlkampf, der von Ressentiments geprägt war, gelang der AfD in Hamburg, trotz kritischer Berichterstattung, erstmals der Sprung in ein westdeutsches Parlament. Der AfD-Abgeordnete Dr. Ludwig Flocken warb dafür im Wahlkampf auf einem von Neonazis dominierten Pegida-Aufmarsch in Schwerin.

Schon 2013 gab es einen Aufmarsch-Versuch, der sich gegen eine Moschee in Hamburg-Horn richtete, seit 2014 machen RassistInnen in Farmsen gegen eine Geflüchtetenunterkunft mobil, während in Harvestehude Biedermänner mit juristischen Winkelzügen eine Unterkunft verhindern wollen. Und die Hamburger NPD hetzt wie immer gegen Geflüchtete und alle, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen.

Gescheiterte Migrationspolitik und antirassistische Solidarität

Die deutsche und europäische Politik im Umgang mit Geflüchteten ist gescheitert. 60 Millionen Menschen befanden sich 2014 weltweit auf der Flucht vor Elend, Bürgerkriegen, ökologischen Verwüstungen und fehlenden Lebensperspektiven, an denen auch die westlichen Industriestaaten Schuld tragen. Dem Massensterben bei der Flucht über das Mittelmeer wird jedoch begegnet durch noch stärkere Abschottung, durch militärische Maßnahmen gegen angebliche „Schlepper“ bzw. deren Boote, durch die Planung von extraterritorialen Aufnahme-Lagern und durch ein noch härteres Abschieberegime. Statt auf Willkommenskultur wird auf eine Politik der Abschreckung gesetzt. Auch in Hamburg bietet der neue rot-grüne Senat nach inzwischen zwei Jahren der sogenannten Lampedusa-Gruppe immer noch keine dauerhafte Lebensperspektive.

Bewegungen wie Pegida, HoGeSa und Co. fühlen sich durch diese Politik der Abschreckung und Ausgrenzung ermutigt. Sie fühlen sich als Vollstrecker eines vermeintlichen Volkswillens und der etablierter Politik auf der Straße.

Wir stellen uns gegen eine Migrations- und Asylpolitik, die Menschen nach ihrer Nützlichkeit für die Wirtschaft beurteilt und ihnen die Gleichberechtigung vorenthält. Wir brauchen eine humane Geflüchteten- und Migrationspolitik. Deshalb wenden wir uns gegen die seit Jahrzehnten andauernde Demontage des Asylrechts, gegen die rigorose Abschiebepolitik, gegen die Isolierung von Geflüchteten durch Zwangsunterbringung in Lagern. Wir treten ein für das uneingeschränkte Asylrecht, Bleiberecht für Geflüchtete sowie für gleiche Rechte und Bewegungsfreiheit für alle Menschen.

Viele HamburgerInnen teilen diese Ziele mit uns. Tausende gingen in den letzten Jahren für die illegalisierte Lampedusa-Gruppe auf die Straße, an vielen Orten entstanden Initiativen zur Unterstützung von MigrantInnen, wurden Patenschaften für Heime übernommen, Spenden gesammelt, Wohnraum zur Verfügung gestellt und vielfältig Solidarität gelebt.

Gemeinsam gegen den Nazi-Hooligan-Aufmarsch

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft deshalb dazu auf, am 12. September gemeinsam gegen den Aufmarsch der Nazi-Hooligans auf die Straße zu gehen. Der Bundesgerichtshof bestätigte im Januar 2015 ein Urteil des Landgerichts Dresden, nachdem Hooligans als kriminelle Vereinigung eingestuft werden können. Wir verlassen uns jedoch nicht auf staatliche Verbote oder Auflagen. Wir werden flexibel sein und dort protestieren, wo die RassistInnen ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten wollen. Und wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern. Am 1. Mai 2008 und am 2. Juni 2012 haben wir erfolgreich den Nazis Paroli geboten. Im Januar 2015 protestierten 5.000 HamburgerInnen gegen Pegida, ohne dass diese weder vorher noch danach gewagt hätte, in Hamburg zu marschieren. Und im November 2014 sagten die Hooligans sogar aus Angst vor Gegenprotesten ihren in Hamburg geplanten Aufmarsch ab. Dies ist uns Ansporn ein weiteres Mal auf die Straße zu gehen und uns ihnen in den Weg zu stellen. Komm mit!

Hamburger Bündnis gegen Rechts

Demonstration und Gegenaktivitäten:
Samstag 12. September 2015, 10:00 Uhr
dort wo die Nazis sind
vorerst Hauptbahnhof (Hachmannplatz)

Sofern den Nazi-Hooligans ein Aufmarsch oder eine Kundgebung genehmigt wird, wird die Demonstration um 10 Uhr in der Nähe dieses Ortes beginnen und um 12 Uhr am Ort der Nazi-Route / Kundgebung enden. Achtet auf aktuelle Ankündigungen am 12.09., 9 Uhr

Hamburger Bündnis gegen Rechts

RECHERCHE38 berichtet über mögliche Montagsdemonstrationen von Seiten der Rechten in Braunschweig

21. November 2014

Braunschweig: Drohen Montagsdemonstrationen von Neonazis, rechten Hooligans und „Wutbürgern“ nach Dresdner Vorbild?

[…]
“Wutbürger 2.0″: Rechte Fußballfans und Hooligans, Neonazis, Rocker und andere Islamfeinde und Flüchtlingshasser

Etwas über 1.000 Menschen haben bereits „Gefällt mir“ auf der Seite »Braunschweig wacht auf« geklickt. Bei einem Beitrag, in dem gefragt wird, ob Interesse an montäglichen „Abendspaziergängen“ nach Dresdner Vorbild bestehe, klickten über 100 User „Gefällt mir“ und an die 30 hinterließen zustimmende Kommentare. Hier findet sich im Netz die gleiche Mischung von Sympathisanten ein, wie sie bereits in Dresden auf der Straße bei den Aktivitäten von PEGIDA anzutreffen ist: rechtsorientierte Fußballfans (die sich auf ihren Profilen als Fans von Eintracht Braunschweig zeigen, darunter z.B. auch Mitglieder des Fanclubs „Schluckspechte“) »HogeSa«-Anhänger und Neonazis, Mitglieder eines Rockerclubs und dessen Supporter und rechte Hooligans, die teilweise an den Ausschreitungen am Pfingstmontag des letzten Jahres in der Braunschweiger Innenstadt beteiligt waren. Dazwischen ein paar eher unauffälige Bürgerinnen und Bürger, von denen viele allerdings gleichzeitig zu den Anhängern der Facebookseite der »Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig« gehören, die seit einigen Wochen versucht in Kralenriede Stimmung gegen die Flüchtlinge aus der Landesaufnahmebehörde zu machen.
[…]

Der komplette lesenswerte Artikel ist auf dem RECHERCHE38-Blog erschienen:
recherche38.info/2014/11/21/braunschweig-drohen-montagsdemonstrationen-von-neonazis-rechten-hooligans-und-wutbuergern-nach-dresdner-vorbild

SPIEGEL-ONLINE: Eintracht Braunschweig bittet Fans um Demo-Boykott

HoGeSa-Kundgebung in Hannover:
Eintracht Braunschweig bittet Fans um Demo-Boykott


HoGeSa-Demo in Köln: 4500 Hooligans und Rechtsextreme griffen Polizisten an

Die in Hannover geplante Hooligan-Demonstration gegen Salafisten darf stattfinden – sehr zur Sorge von Eintracht Braunschweig. Die Fanbetreuung bittet die Anhänger des Zweitligisten, nicht nach Hannover zu reisen.

Hannover – „Bitte fahrt nicht dorthin, bitte nehmt nicht an dieser Demo teil!“: Die Fanbetreuung von Eintracht Braunschweig ist alarmiert. In einem offenen Brief hat sie die Anhänger des Zweitligisten gebeten, der am Samstag geplante Hooligan-Demonstration gegen Salafisten in Hannover fern zu bleiben. „Damit geratet ihr zum einen in das Visier des Staatsschutzes und der Polizei. Außerdem ist das Risiko, in Straftaten verwickelt zu werden, sehr hoch“, heißt es in dem Schreiben.

Besonders interessant ist allerdings die folgende Passage, in der die Fanbeauftragen davor warnen, dass antifaschistische Gruppen „die Demo vor Ort genau beobachten, euch dem rechten Spektrum zuordnen und eure Fotos in diesem Zusammenhang in der Öffentlichkeit auftauchen“.

Offenbar ahnt der Verein, dass einige seiner Anhänger eine fragwürdige politische Gesinnung vertreten – und ist besorgt um seine Außenwirkung. Denn auch „das positive Bild unseres Vereins insgesamt würde in Gefahr geraten, wenn sich herausstellen würde, dass sich unter den Teilnehmern auch Braunschweiger Fans befinden“, schreibt die Fanbetreuung.

Bundesligist Hannover 96 – dessen Fanszene Eintracht Braunschweig in traditioneller Abneigung verbunden ist – distanzierte sich ebenfalls von der HoGeSa-Demo. Stattdessen haben der Verein und Fangruppen zu einer Mahnwache auf dem Stadionvorplatz aufgerufen. Ultras und Hooligans von Hannover kündigten zwar ihr Fernbleiben bei den Gegenveranstaltungen an, hatten sich zuvor aber auch deutlich gegen die Kundgebung ausgesprochen: „Allein die Tatsache, dass Personen mit vermeintlichem Fußballbezug ungefragt eine Demonstration in unserer Stadt anmelden, fassen wir als respektlose Provokation auf“, ließen sie in einem gemeinsamen Statement wissen.

18 Gegendemonstrationen angekündigt

Das Verwaltungsgericht Hannover hatte die geplante Anti-Islamismus-Demonstration in der Landeshauptstadt am Donnerstag unter Auflagen erlaubt. Gründe für ein Verbot lägen nicht vor, teilte das Gericht mit, allerdings dürfen die Demonstranten nicht durch die Stadt ziehen, sondern sich nur an einer Stelle versammeln.

Die Polizei hatte die Demonstration zunächst verboten, weil sie Krawalle befürchtete. Bei einer ähnlichen Veranstaltung in Köln hatten vor Kurzem rund 4500 Hooligans und Rechtsextreme die Polizei angegriffen. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen, 49 Polizisten wurden dabei verletzt.

Die Gruppe Hooligans gegen Salafisten steht auch als Initiator hinter der Demo in Hannover. Die Organisatoren hatten sich gegen das Verbot in Hannover vor Gericht gewehrt. Die Polizei in Hannover rechnet mit rund 5000 Teilnehmern, bislang sind 18 Gegendemonstrationen angekündigt.

psk

Siehe:



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